Während der Neubau schwächelt, rücken Sanierung, Umbau und Modernisierung in den Fokus. Damit wird Bauen im Bestand zum großen Hoffnungsträger der Bauwirtschaft und entwickelt sich zunehmend zum zentralen Wachstumstreiber. Gestützt wird die Entwicklung durch digitale Prozesse, präzise Bestandsdaten und neue Planungswerkzeuge. Die digitalBAU 2026 in Köln zeigt, wie Bauen im Bestand effizienter, wirtschaftlicher und kalkulierbarer wird. Das bietet Bauunternehmen und Handwerksbetrieben neue Marktchancen.
Die Digitalisierung des Bauens im Bestand entwickelt sich rasant zum entscheidenden Hebel für die Zukunft der Bauwirtschaft. Angesichts stockender Neubauaktivitäten rückt die Sanierung bestehender Gebäude technisch, wirtschaftlich und klimapolitisch immer stärker in den Fokus. Genau hier setzt die kommende digitalBAU an, die im März 2026 in Köln stattfindet und den digitalen Werkzeugkasten für Planung, Ausführung und Betrieb von Bestandsgebäuden in den Mittelpunkt stellt. Schließlich gilt der Gebäudebestand längst nicht mehr als Randthema. Nach aktuellen Erhebungen entfallen rund 70 Prozent aller Baumaßnahmen in Deutschland auf Sanierung, Umbau und Modernisierung. Damit wird deutlich, dass sich Wertschöpfung, Beschäftigung und Innovation zunehmend in diesem Segment bündeln. Gleichzeitig steigen die Anforderungen: Energieeffizienz, Ressourcenschonung und wirtschaftliche Umsetzung müssen unter oft unvollständigen Planungsgrundlagen zusammengebracht werden. Digitale Prozesse gelten dabei als Schlüssel, um Komplexität beherrschbar zu machen und Projekte kalkulierbar umzusetzen.
Daten als Grundlage wirtschaftlicher Sanierung
Im Zentrum steht die datenbasierte Bestandsaufnahme. Technologien wie Laserscanning, Photogrammmetrie und Scan-to-BIM ermöglichen es, bestehende Gebäude präzise digital abzubilden. Aus Punktwolken entstehen belastbare Bauwerksmodelle, die weit über reine Geometrie hinausgehen. Sie liefern die Basis für Mengenermittlungen, Kostenkalkulationen und energetische Bewertungen. Gerade bei komplexen Sanierungsvorhaben zeigen sich hier deutliche Effizienzgewinne, weil Planungsfehler reduziert und Varianten frühzeitig verglichen werden können.
Bauen im Bestand wird vom Zukunftsmarkt zur Alltagspraxis
Dass das Bauen im Bestand zum zentralen Markt der kommenden Jahre wird, ist in der Branche weitgehend Konsens. „Bauen im Bestand ist kein Nischenthema mehr, sondern ein Zukunftsmarkt“, bringt es digitalBAU-Projektleiterin Cornelia Lutz auf den Punkt. „Angesichts des hohen Sanierungsbedarfs braucht es digitale Ansätze, um Gebäude zu erhalten, Ressourcen effizient zu nutzen und nachhaltige Lösungen sichtbar zu machen – Ideen, die wir auf der digitalBAU diskutieren.“ So werden digitale Werkzeuge für Bauunternehmen und Handwerksbetriebe zunehmend zum Wettbewerbsfaktor. Wer Bestandsdaten strukturiert erfassen, Mängel mobil dokumentieren und Informationen gewerkübergreifend teilen kann, spart Zeit und minimiert Risiken auf der Baustelle. Gleichzeitig eröffnen sich neue Geschäftsfelder, etwa bei energetischen Sanierungen oder Aufstockungen mit reduziertem Materialeinsatz.
Kreislaufwirtschaft und Ressourcenschutz im Fokus
Ein weiterer Treiber ist die Kreislaufwirtschaft. Digitale Gebäuderessourcenpässe machen verbaute Materialien sichtbar und nutzbar. Das ist ein Ansatz, der nicht nur ökologische Vorteile bringt, sondern auch wirtschaftliche Potenziale hebt. Der Bestand wird damit vom Sanierungsfall zum Materiallager der Zukunft. Mit diesem thematischen Schwerpunkt zeigt die digitalBAU, dass Digitalisierung im Bestand kein Zukunftsversprechen mehr ist, sondern zunehmend gelebte Praxis. Für die Bauwirtschaft eröffnet sich damit ein Markt, der Stabilität verspricht und gleichzeitig hohe Anforderungen an Technik, Organisation und Know-how stellt.

















