Digitaler Rückstand im Handwerk kostet Zeit, Geld und Zukunft

Foto: mstandret / envatoelements

Eine aktuelle Studie zeigt anschaulich, wie groß noch immer der digitale Rückstand im Handwerk ist: Demnach arbeiten trotz Fachkräftemangel, Kostendruck und wachsender Bürokratie viele Betriebe in zentralen Bereichen weiterhin mit Stift und Zettel. Während allerdings größere Unternehmen konsequent digitalisieren, drohen insbesondere kleine Bau- und Handwerksbetriebe, den Anschluss zu verlieren. Die Folgen betreffen Produktivität, Transparenz und Wettbewerbsfähigkeit der gesamten Branche.

Noch immer kommt die Digitalisierung im Handwerk nur schleppend voran. Das ist besorgniserregend, da das Handwerk wie kaum eine andere Branche unter Fachkräftemangel, wachsender Bürokratie und steigendem Kostendruck leidet. So beweist eine neue Studie des Marktforschungsinstituts Statista im Auftrag von Hero Software, dass noch immer ein erheblicher Teil der Betriebe zentrale Prozesse analog organisiert. Stift und Zettel prägen vielerorts weiterhin Buchhaltung, Baustellendokumentation oder Lagerverwaltung. Während größere Unternehmen ihre Abläufe zunehmend digitalisieren, droht ein Großteil der kleinbetrieblich geprägten Bau- und Handwerksbetriebe, den Anschluss zu verlieren. Denn beim Blick auf die Betriebsgrößen wird die digitale Spaltung besonders deutlich. In den vergangenen fünf Jahren haben ausnahmslos alle großen Handwerksbetriebe mit mehr als 50 Beschäftigten in digitale Lösungen investiert. Bei Kleinstbetrieben mit zwei bis fünf Mitarbeitenden liegt dieser Anteil dagegen bei lediglich 16 Prozent. Selbst bei Betrieben mit bis zu zehn Beschäftigten bleibt die Quote deutlich unter dem Niveau der größeren Marktteilnehmer. Angesichts der Struktur des Handwerks ist das brisant: 99,6 Prozent aller Handwerksunternehmen gelten laut Statistischem Bundesamt als kleine oder mittlere Unternehmen, knapp 80 Prozent davon sind Kleinstbetriebe.

Analoge Prozesse bremsen im Handwerk die Produktivität und Transparenz

Damit macht die Studie deutlich, wie tief analoge Arbeitsweisen noch verankert sind. Rund 30 Prozent der Betriebe erledigen ihre Buchhaltung überwiegend manuell, bei der Baustellendokumentation sind es 42 Prozent, in der Lagerverwaltung sogar jeder zweite Betrieb. Diese Arbeitsweise kostet Zeit und erhöht die Fehleranfälligkeit. 41 Prozent der Befragten berichten von Fehlern durch manuelle Abläufe, ein Viertel klagt über besonders zeitaufwendige Verwaltungsprozesse. In zwölf Prozent der Betriebe geht regelmäßig der Überblick über laufende Projekte verloren. Das ist ein Risiko, das sich direkt auf Qualität, Termine und Wirtschaftlichkeit auswirkt.

Digitale Handwerksbetriebe erzielen messbare Vorteile

Demgegenüber stehen Betriebe, die konsequent auf digitale Komplettlösungen setzen. Sie berichten durchweg von Umsatzsteigerungen und erheblichen Entlastungen im Arbeitsalltag. Je nach Aufgabenbereich lassen sich wöchentlich zehn bis 20 Stunden einsparen, teilweise sogar mehr. Diese Zeitgewinne entstehen vorrangig in der Verwaltung und Organisation, also genau dort, wo viele Unternehmen bislang wertvolle Fachkräfte binden, statt sie produktiv auf der Baustelle einzusetzen.

Automatisierung und KI bleiben ungenutzte Hebel

Auch bei Automatisierung und Künstlicher Intelligenz (KI) zeigt sich ein ähnliches Bild. Zwar nutzen 47 Prozent der Betriebe automatisierte Abläufe in Verwaltung und Buchhaltung, doch in der Lagerverwaltung liegt der Anteil lediglich bei 17 Prozent. Viele kleinere Betriebe zeigen bislang wenig Interesse an solchen Lösungen, obwohl Anwender klare Vorteile sehen: 70 Prozent arbeiten schneller, 63 Prozent fehlerärmer. Bei KI-Tools ist die Zurückhaltung ebenfalls groß, obwohl nahezu alle Betriebe diese Technologien kennen. „Unsere Daten zeigen klar: Viele Handwerksbetriebe arbeiten weiterhin analog und verlieren dadurch Zeit, Effizienz und wertvolle Fachkräftekapazitäten“, bestätigt Michael Kessler, Gründer und Geschäftsführer von Hero Software. „Besonders kleine Betriebe stehen vor einer Hürde, die eigentlich gar keine sein dürfte: dem Einstieg in die digitale Arbeitswelt.“ Dabei unterstreicht Kessler die hohe Bedeutung der digitalen Transformation: „Digitalisierung ist kein Nice-to-have im Handwerk. Sie entscheidet darüber, ob wir die großen Aufgaben der Zukunft schaffen oder nicht. Was wir jetzt brauchen, sind Lösungen, die Digitalisierung wirklich zugänglich machen.“

Warum stockt die Digitalisierung im Handwerk noch immer?

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Auf dem eingestellten Bild zum Bericht, ist nicht nur ein „digitaler“ Rückstand sichtbar!!

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