Der Wohnungsbau bleibt ein zentraler Motor der Baubranche, doch in den kommenden zehn Jahren verschieben sich laut einer aktuellen Studie die Baunachfrage, wie auch Chancen und Risiken deutlich. Während der Neubau moderat wächst, gewinnen Sanierung, Bestandsumbau und Infrastrukturprojekte an Gewicht. Regionale Baukonjunktur, Fachkräftedruck und neue Investitionen bestimmen die Auftragslage. Für Bauunternehmen und Handwerk eröffnen sich lukrative Marktpotenziale, wenn sie die Megatrends am Bau frühzeitig strategisch nutzen.
Der Wohnungsbau in Deutschland steht vor einem tiefgreifenden Strukturwandel. Eine aktuelle Marktuntersuchung zeigt, dass sich der Bedarf an neuen Wohnungen bis zum Jahr 2035 zwar auf einem moderateren Niveau einpendeln dürfte, die regionalen Unterschiede jedoch weiter zunehmen. Gleichzeitig gewinnen Bestandsumbauten, barrierefreies Bauen und Infrastrukturprojekte an Bedeutung. Diese Entwicklungen sollten Bauunternehmen und Handwerksbetriebe strategisch im Blick behalten. Dabei zeichnet die Studie „Megatrends am Bau“ des Marktforschungsinstituts BauInfoConsult ein differenziertes Bild der künftigen Baunachfrage. Demnach wird sich der jährliche Bedarf an neu errichteten Wohneinheiten voraussichtlich zwischen 200.000 und 300.000 bewegen. Gründe dafür sind unter anderem eine geringere Wanderungsdynamik sowie zusätzliche Potenziale durch Nachverdichtung und Modernisierung im Bestand. Gleichzeitig bleibt der Druck auf die Branche hoch, da die Nachfrage nach Wohnraum weiterhin vorhanden ist, während wirtschaftliche Rahmenbedingungen und Finanzierungskosten die Bautätigkeit bremsen.
Differenzierte Baunachfrage: Regionale Baukonjunktur bleibt entscheidend
Trotz insgesamt stabiler Nachfrage wird sich die Bautätigkeit stark auf bestimmte Regionen konzentrieren. Wachstumsräume im Umland großer Städte profitieren von der Suche vieler Haushalte nach erschwinglichem Wohneigentum mit guter Anbindung. Gleichzeitig droht strukturschwachen Kommunen eine zunehmende finanzielle Belastung durch sinkende Steuereinnahmen und steigende Sozialausgaben. Für Bauunternehmen entstehen dadurch neue Chancen in prosperierenden Speckgürteln, während Projekte in ländlichen Regionen stärker auf Förderprogramme und innovative Nutzungskonzepte angewiesen sein könnten. Diese Entwicklung beschreibt die Untersuchung auch als soziale Verschiebung im Immobilienmarkt. Während sich einkommensstärkere Haushalte vermehrt ins Umland orientieren, bleibt die Nachfrage nach Mietwohnungen in urbanen Zentren hoch. Der Geschosswohnungsbau bleibt damit ein zentrales Geschäftsfeld für die Branche.
Wohnungsbau wichtig, aber Bestand gewinnt strategische Bedeutung
Mit Blick auf die nächsten Jahre rückt die Modernisierung bestehender Gebäude stärker in den Fokus. Unter der Überschrift „Das Wohnungsbestandrezept: Was schon da ist, optimieren und durch gezielten Neubau ergänzen“ wird deutlich, dass Ersatzneubauten, energetische Sanierungen und zirkuläre Bauweisen zu zentralen Treibern werden könnten. Zugleich verändert der demografische Wandel die Anforderungen an Bauleistungen. Ältere Haushalte belegen zunehmend größere Wohnflächen, während barrierefreie Umbauten und altersgerechte Konzepte an Bedeutung gewinnen. Diskutiert wird auch die Idee „Wohnungstausch als Patentlösung gegen Wohnraumhorter?“, wobei Experten die praktische Umsetzung bislang skeptisch bewerten.
Infrastrukturprojekte und Mobilitätswende als Wachstumstreiber
Neben dem Wohnungsbau wird die Verkehrsinfrastruktur zu einem wichtigen Impulsgeber für Baukapazitäten. Sollte sich die Elektrifizierung des Individualverkehrs weiter beschleunigen, sind umfangreiche Investitionen in Ladeinfrastruktur, Verkehrswege und Netzanbindungen zu erwarten. Die Studie bringt dies prägnant auf den Punkt: „Auch keine Verkehrswende ohne umfangreiches Bauengagement“. Damit eröffnet sich für Bauunternehmen und Handwerksbetriebe ein breites Spektrum an Geschäftsfeldern, von der energetischen Sanierung über modulare Bauweisen bis hin zu Infrastrukturprojekten. Gleichzeitig steigt der Wettbewerbsdruck um qualifizierte Fachkräfte und innovative Baukonzepte. Wer die regionalen Marktverschiebungen frühzeitig analysiert und sein Leistungsportfolio entsprechend ausrichtet, kann von den Megatrends am Bau langfristig profitieren.


















Ende 2024 soll es einen Bauüberhang von 759.700 genehmigten, noch nicht fertiggestellten Wohnungen gegeben haben.
Es könnte gebaut werden aber es rechnet sich nicht.
Es sind die ineffizienten Prozesse im Wohnungsbau:
Geringe operativen Leistungsfähigkeit und Produktivität (McKinsey)
https://www.mckinsey.de/news/presse/infrastruktur-und-wohnen-deutsche-ausbauziele-in-gefahr
Geringer Wertschöpfungsgrad von ca.30% (Roland Berger)
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Exorbitanten Fehlerquote (BauInfoConsult),
https://bauinfoconsult.de/presse-fehlerkosten-am-bau-in-2021-mit-rund-165-milliarden-immer-noch-zu-hoch/