Die KfW-Förderung für barrierefreien Umbau ist bereits vollständig ausgeschöpft. Die hohe Nachfrage zeigt, welches Marktpotenzial altersgerechte Sanierungen für Bauunternehmen und Handwerksbetriebe bieten. Besonders das SHK-Handwerk profitiert vom wachsenden Bedarf an barrierearmen Bädern und bodengleichen Duschen. Doch die verfügbaren 50 Millionen Euro reichen nicht aus. Deshalb fordert die Branche für das Jahr 2027 eine Verdreifachung der Fördermittel auf mindestens 150 Millionen Euro.
Die Nachfrage nach barrierefreiem und altersgerechtem Umbau ist ungebrochen hoch. Das zeigt die schnelle Ausschöpfung der Bundesförderung für die Barrierereduzierung im Wohnungsbestand. Bereits seit dem 30. Juli sind demnach die verfügbaren Mittel ausgeschöpft. Insgesamt standen für das KfW-Programm „Barrierereduzierung – Investitionszuschuss“ in diesem Jahr insgesamt 50 Millionen Euro zur Verfügung. Gefördert wurden beispielsweise bodengleiche Duschen, die Beseitigung von Türschwellen oder der Einbau von Aufzügen. Seit dem Programmstart am 8. April wurden für rund 26.800 Wohneinheiten aus etwa 21.400 Anträgen Zusagen über insgesamt 46,1 Millionen Euro erteilt. Durchschnittlich entfielen damit rund 1.720 Euro Förderung auf jede Wohneinheit. Für Bauunternehmen und Handwerksbetriebe unterstreicht die Entwicklung das große Marktpotenzial bei altersgerechten Sanierungen. Das SHK-Handwerk fordert deshalb für das kommende Jahr 2027 eine deutliche Aufstockung der Förderung.
Barrierefreier Umbau bietet Potenzial für Handwerk
Die Förderung setzte gezielt Anreize für Investitionen in den Gebäudebestand. Bei einzelnen Maßnahmen übernahm die KfW zehn Prozent der förderfähigen Kosten bis maximal 2.500 Euro. Für den Umbau zum Standard „Altersgerechtes Haus“ waren 12,5 Prozent beziehungsweise maximal 6.250 Euro möglich. Die Förderung wirkt dabei langfristig: Da sie objektbezogen erfolgt, bleibt eine entsprechend umgebaute Wohnung auch bei einem Bewohnerwechsel barrierearm.
Insbesondere für das SHK-Handwerk spielt die altersgerechte Sanierung eine wichtige Rolle. Bodengleiche Duschen und angepasste Sanitärausstattungen können Barrieren im Badezimmer reduzieren und zugleich die Sicherheit erhöhen. Angesichts der demografischen Entwicklung dürfte der Bedarf an solchen Umbauten weiter wachsen. Gleichzeitig können altersgerechte Wohnungen dazu beitragen, dass Menschen länger selbstständig im eigenen Zuhause leben und Pflegeeinrichtungen entlastet werden.
SHK-Handwerk fordert 150 Millionen Euro KfW-Förderung
Der Zentralverband Sanitär Heizung Klima (ZVSHK) sieht in der raschen Inanspruchnahme deshalb ein deutliches Signal. „Die schnelle Ausschöpfung der Fördermittel zeigt: Der Bedarf an barrierearmen Bädern ist groß. Die bereitgestellten Mittel reichen nicht aus, um der Nachfrage gerecht zu werden“, bestätigt ZVSHK-Präsident Michael Hilpert. „Mit vergleichsweise geringem öffentlichen Mitteleinsatz kann eine große Wirkung erzielt werden – Menschen erhalten die Möglichkeit, länger selbstbestimmt in ihrem Zuhause zu leben.“ Daher fordert der Verband für das kommende Jahr 2027 eine Fortführung des KfW-Programms 455-B und eine deutliche Erhöhung des Budgets. Statt der bislang 50 Millionen Euro sollen künftig mindestens 150 Millionen Euro pro Jahr bereitgestellt werden. Eine dauerhaft verlässliche Förderung würde nach Einschätzung des Verbands nicht nur Investitionen in barrierearme Wohnungen erleichtern, sondern auch den ausführenden SHK-Fachbetrieben mehr Planungssicherheit verschaffen.

















