Nach der deutlichen Reduzierung der Fördermittel für Energieberatungen haben vor allem die Hauseigentümer das große Nachsehen. Doch auch die ambitionierten Klimaschutzziele geraten dadurch in Gefahr. Denn die Reduzierung der Förderquote könnte die Motivation zur energetischen Sanierung erheblich beeinträchtigen. Experten warnen vor den negativen Folgen dieser Entscheidung, die das Vertrauen in die Bau- und Klimapolitik erschüttern könnte. Dennoch bleibt Energieberatung ein wichtiges Instrument, um teure Fehler zu vermeiden und Förderungen optimal zu nutzen.
Vergangene Woche hat die Bundesregierung die Fördermittel für Energieberatungen gesenkt. Durch diese Kürzung werden viele Hauseigentümer vor erhebliche Herausforderungen gestellt. Denn Energieberatung spielt bei der energetischen Sanierung noch immer eine wesentliche Rolle. „Die Kürzung der Förderquote ab dem 7. August 2024 sendet ein ungünstiges Signal an Hauseigentümer und die gesamte Branche“, kritisiert Alexander Steinfeldt, Sprecher von co2online. „Diese Maßnahme erzeugt Unsicherheit, was die Motivation zur energetischen Sanierung erheblich beeinträchtigen könnte.“ Dennoch sei die Energieberatung trotz der Kürzung von 80 auf 50 Prozent noch immer ein wirkungsvolles Instrument.
Kürzungen verspielen das Vertrauen und schaden der energetischen Sanierung
Energieberatung lohne sich aber dennoch, weil dadurch die Förderquote um fünf Prozent erhöht werde. Außerdem werden teure Fehler vermieden. Co2online bietet auch weiterhin Unterstützung für Hauseigentümer an. Durch den Fördermittelcheck finden die Hausbesitzer die neusten Anforderungen zu den Förderprogrammen und Informationen zu Fördermöglichkeiten auf regionaler und kommunaler Ebene. Von Seiten des Deutschen Energieberater-Netzwerks (DEN) kommt dagegen deutlich schärfere Kritik. „Diese erheblichen und unangemessenen Kürzungen durch das Bundeswirtschaftsministerium, die zudem äußerst kurzfristig angekündigt wurden, verspielen das Vertrauen in die Bau- und Klimapolitik, sowohl auf Seiten der Energieberatenden als auch auf Seiten der Bauherren“, erklärt DEN-Vorstandssprecherin Marita Klempnow. Die Kürzungen bei der Energieberatung bewirke einen großen Imageschaden. Begründet hatte das Ministerium seine Entscheidung mit der Gesamtlage des Haushaltsplans und der starken Nachfrage nach Energieberatung.
Bauherren werden wohl künftig auf Energieberatung verzichten
Auch die Vertreter der Bauherren äußern ihr Unverständnis hinsichtlich der Kürzungen: „Das Fundament jeder sinnvollen und erfolgreichen energetischen Modernisierung ist eine qualifizierte Energieberatung. Die wieder einmal kurzfristig angekündigte Kürzungsmaßnahme der Bundesregierung ist erschütternd“, bemängelt Florian Becker, Geschäftsführer der Verbraucherschutzorganisation Bauherren-Schutzbund (BSB). „Verbraucher bleiben verunsichert zurück und verzichten im Zweifel auf eine fachliche Beratung.“ Es könne nicht im Interesse der Sache liegen, dass falsche und ineffektive Sanierungsmaßnahmen dann die Folge wären.

















