Baugewerbe fordert verstärkte Bautätigkeit

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Foto: Roland Riethmüller

Der Mangel an Wohnraum ist in Deutschland allgegenwärtig, vor allem in Ballungsgebieten. Da machen es die starken Flüchtlingsströme nicht unbedingt leichter, denn auch diese Menschen möchte man ja warm und trocken unterbringen. Die Konsequenz der anhaltenden Wohnraumdefizite spüren daher momentan insbesondere die Wohnungssuchen – nämlich in den immer höher werdenden Mieten. Es ist demnach längst an der Zeit, dass sich hier etwas ändert. Nach Meinung des Baugewerbes ist der einzige Weg dafür eine Verstärkung der Bautätigkeit.

Ende Oktober wurde der Wohngeld- und Mietenbericht vorgestellt, der einmal mehr im Baugewerbe für Aufruhr sorgt. Denn erneut unterstreicht er die Forderung nach mehr Bautätigkeit. Am Ende sind Mietpreisbremsen und andere Maßnahmen der Politik nicht der richtige Weg, um die Finanzen der Bürger für Wohnraum zu entlasten.

Gerade in Ballungsgebieten zeigt sich immer wieder, dass der Neubau von Wohnfläche kaum mehr bezahlbar ist. Dabei spielt es kaum eine Rolle, ob man dabei von Grundstückspreisen, Materialkosten etc spricht. Am Ende sind die Kosten je Quadratmeter derart hoch, dass sich dies natürlich auch in den späteren Mieten niederschlägt.

Felix Pakleppa, Hauptgeschäftsführer des Zentralverbandes des Deutschen Baugewerbes, tut seinem Unmut kund: „Der Wohnungsneubau in den Ballungszentren ist unter 2.500 Euro pro qm kaum machbar, rechnet man alle Kosten, wie z.B. auch die Grundstückskosten in die Kalkulation ein. Daraus errechnen sich Kostenmieten von 10 bis 12 Euro pro qm Wohnfläche. Will man diesen Kreis durchbrechen, muss die Politik sich mehr einfallen lassen als eine Mietpreisbremse, wie z.B. eine deutliche Erhöhung der Afa; die Kommunen müssen zusätzlich bereit sein, Bauland günstiger als bisher zur Verfügung zu stellen, und die Länder sollten darüber nachdenken, ob die Erhöhung der Grunderwerbsteuer tatsächlich der richtige Weg ist.“

Um also Baumaßnahmen voranzutreiben, bedarf es vor allem mehr Baugenehmigungen. Doch diese allein reichen nicht, wenn sie einfach nicht schnell genug erteilt werden. Planungs- und Genehmigungsverfahren müssen daher massiv verkürzt werden, um geplanten Bauvorhaben nicht unnötig im Weg zu stehen. Letztlich profitieren ja schlussendlich alle von den Baumaßnahmen.

Neben dem geforderten Neubau, fordert das Baugewerbe aber auch dazu auf, bürokratische Unsinnigkeiten abzuschaffen. Dazu gehört vor allem auch, dass leerstehende Gebäude in Ostdeutschland nicht neu vermietet oder an Flüchtlinge zur Verfügung gestellt werden, solange die Räume nicht nach den neusten Elektro- und Wasserbestimmungen saniert wurden.

Durch solche Regelungen entsteht immer wieder der Eindruck, dass die Politik den Ernst der Lage wohl noch nicht ausreichend erkannt hat oder diesen nicht ernsthaft genug angeht. Fakt ist aber, dass Deutschland mehr Wohnraum benötigt und dieser auch erst durch verstärkte Bautätigkeit entsprechend gebaut werden muss.

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