Anbieter von Baustoffen bedroht

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Foto: Rainer Sturm / pixelio.de

Die goldenen Zeiten in der Wirtschaft sind endgültig vorbei und der Druck für jeden Einzelnen wird immer größer. Das liegt vor allem an den steigenden Bedürfnissen der Kunden, aber auch an der Globalisierung und den immer größeren technischen Leistungen. Es gilt daher umso mehr, den Anschluss nicht zu verlieren und sich langfristig am Markt zu etablieren. Auch die Baubranche muss hier in den kommenden Jahren umdenken und sich strategischer aufstellen.

In den vergangenen Jahren war die Baukonjunktur wirklich gut und es gab nicht allzu viel Grund zu Beanstandungen. Dabei fiel auch nicht immer auf, wo eigentlich die Schwächen in den einzelnen Bereichen liegen. Stattdessen gingen solche Schwachstellen oft unter, weil sie durch die vielen positiven Meldungen ausgeglichen wurden. Doch durch die weltweite Wirtschafts- und Finanzkrise erfahren immer mehr, dass es eben nicht alles so rosig aussieht. Dazu kommt, dass auch immer deutlicher wird, wer die Zugpferde sind und wer eben nicht.

Dass die Bauzuliefererindustrie dringend einen Richtungswechsel vornehmen muss, steht spätestens seit der aktuellen Branchenstudie der Munich Strategy Group (MSG) fest. Dabei muss darauf geachtet werden, dass man insbesondere an der operativen Performance arbeitet, wie auch an der Schaffung von Wettbewerbsvorteilen sowie der Internationalisierung. Nur so wird man sich langfristig wettbewerbsfähig halten können.

Diese Einsicht wird für viele nicht ganz einfach werden, waren sie doch in den letzten Jahren durchaus verwöhnt.  Dennoch zeigt die Entwicklung, dass der Trend in den nächsten Jahren eher rückläufig sein wird und die Unternehmen durchaus aktiv sein müssen, um sich von Wettbewerbern abzuheben.

Die Studie hat verschiedene Probleme offengelegt, die es anzugreifen gilt. Ein Problem ist dabei vor allem die Erwartung, dass die Wachstumsdynamik sinken werde. Während man in den vergangenen Jahren sehr optimistisch auf die Zukunft blickte, sind Unternehmen heute wesentlich kritischer. Nachdem man durchaus Jahre mit einem Wachstum von jährlich vier Prozent vorweisen konnte, werden es zukünftig wohl nicht mehr als 1,4 bis 2,7 Prozent sein.

Ebenfalls auffällig ist, dass sich die einzelnen Segmente unterschiedlich entwickeln. So gibt es Leitwölfe und weniger erfolgreiche Bereiche. Die stärkste Wachstumsdynamik bis zum Jahr 2015 lässt sich dabei bei den Baumaterialien finden. Aber auch die Gebäudegestaltung ist auf dem richtigen Weg, erfolgreich zu sein. Auch die Baustoffe und Bauchemie stehen gut da, jedoch mit deutlichen Unterschieden. Während die Baustoffe auf ein Marktvolumen von 34,8 Milliarden Euro kam, sind es bei der Bauchemie gerade einmal 21,8 Milliarden. Dennoch ist die Ertragsquote mit fünf bis acht Prozent im Spitzenbereich.

Bereits in den letzten Jahren hat sich darüber hinaus abgezeichnet, dass die Globalisierung immer stärker wird und man nicht mehr nur allein vom europäischen Raum oder dem Binnenmarkt leben kann. Vor allem Asien ist dabei immer dominanter geworden und wird dies auch in Zukunft sein. Sich demnach auf diese Situation einzustellen und sich zu internationalisieren, ist eine absolute Prämisse für Betriebe und Unternehmen in der Bauzulieferindustrie. Ohne dieses Umdenken wird man nicht mehr viele Chancen haben, sich am Markt durchzusetzen. Im Zusammenhang mit der globalen Nachfrage steht natürlich auch die Markt- und Wettbewerbsdynamik. Derzeit weisen lediglich ein Viertel der Unternehmen globale Vertriebs- und Absatzplattformen auf. Dies gilt es, deutlich zu verändern. Sich nur auf den deutschen und europäischen Markt auszurichten, ist zukünftig alles andere als empfehlenswert.

Betrachtet man einmal die vier Teilsegmente jeweils für sich, so stellt man fest, dass gerade in der Gebäudetechnik die top Performer sind. Bei den Anbietern von Baustoffen ist hingegen schon jedes zweite Unternehmen ein Wackelkanditat. Dies liegt vor allem an strategischen Schwächen, wie beispielsweise der schwachen Vertriebsplattform.

Es gilt also einmal selbstkritisch zu betrachten, wo man eigentlich steht und was man tun muss, um die eigene Situation langfristig zu optimieren.

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