Die anhaltende Unsicherheit in der Bauwirtschaft entwickelt sich zunehmend zum Risiko für den gesamten Mittelstand. Ein aktueller Resilienz-Report zeigt, dass fast jede zweite Führungskraft eine weitere Abschwächung der Baubranche als Gefahr für das eigene Unternehmen bewertet. Gleichzeitig wachsen Sorgen vor anhaltender Konjunkturschwäche und steigenden Belastungen für Betriebe. Damit wird deutlich, wie stark die wirtschaftliche Entwicklung am Bau inzwischen über die Stabilität vieler Branchen entscheidet.
Die aktuell immer noch unklare Entwicklung am Bau rückt zunehmend in den Mittelpunkt wirtschaftlicher Zukunftsängste. Denn die Bauwirtschaft sorgt in der Gesamtwirtschaft maßgeblich für wachsende Sorge im deutschen Mittelstand um die Zukunft. Der neue „Fokus Mittelstand: R+V Resilienz-Report 2026“ zeigt, dass in vielen Branchen die Skepsis um die wirtschaftliche Stabilität der Unternehmen deutlich zunimmt. Dabei ist die Einschätzung zur Lage der Baubranche ausschlaggebend und gleichzeitig besonders alarmierend: Fast jede zweite Führungskraft sieht in einer weiteren Abschwächung der Bauwirtschaft ein Risiko für das eigene Unternehmen. Zusätzlich macht die Untersuchung deutlich, dass Krisen, geopolitische Unsicherheiten und anhaltende Konjunkturschwächen das Sicherheitsgefühl vieler Unternehmen beeinträchtigen. Während im Jahr 2024 noch 17 Prozent der Führungskräfte um die Zukunft ihres Unternehmens bangten, liegt dieser Wert nun bei 29 Prozent. Gleichzeitig halten mehr als zwei Drittel der Befragten die deutsche Gesamtwirtschaft weiterhin für stark krisenanfällig. Die Baubranche gilt dabei als Schlüsselbranche, deren Schwäche schnell auf Industrie, Handel und Dienstleistungen durchschlagen kann.
Bauwirtschaft als Stabilitätsfaktor für den Mittelstand
Die Studie verdeutlicht, wie eng mittelständische Unternehmen mit einer funktionierenden Bauwirtschaft verknüpft sind. 45 Prozent der Führungskräfte sehen eine weitere Abkühlung der Branche als konkrete Bedrohung. Besonders stark ausgeprägt sind diese Sorgen in Industriebetrieben, die häufig direkt oder indirekt vom Baugeschehen abhängen. „Den politischen Entscheidungsträgern in Bund, Ländern und Kommunen sollte bewusst sein, dass der deutsche Mittelstand auf eine leistungsfähige Bauwirtschaft angewiesen ist“, sagt Jens Hasselbächer, Vorstand des Ressorts Kunden & Vertrieb der R+V Versicherung. „Unserer Studie zufolge sehen viele Führungskräfte und Beschäftigte darin eine wichtige Voraussetzung für die Resilienz des eigenen Unternehmens.“ Damit zeigen die Ergebnisse insgesamt, dass eine stabile Bauwirtschaft ein entscheidender Faktor für den wirtschaftlichen Erfolg vieler mittelständischer Unternehmen bleibt. Gleichzeitig wächst der Druck, digitale Risiken und strukturelle Schwächen schneller und konsequenter anzugehen, um zukünftigen Krisen besser standhalten zu können.
Unternehmen reagieren, doch Umsetzung bleibt lückenhaft
So fällt positiv auf, dass inzwischen deutlich mehr Betriebe Vorsorgemaßnahmen zur Krisenbewältigung ergreifen. Jede dritte Führungskraft gibt an, bereits aktiv an der Widerstandsfähigkeit des eigenen Unternehmens zu arbeiten. Dennoch zeigt die Studie große Lücken zwischen Problembewusstsein und tatsächlichem Handeln. Besonders bei der Mitarbeiterbindung oder bei strategischen Anpassungen bleiben viele Vorhaben bislang unvollständig umgesetzt.
Digitalisierung und Cyberrisiken rücken in den Fokus
Neben der wirtschaftlichen Lage beschäftigen den Mittelstand zunehmend auch digitale Risiken. IT-Sicherheit, Datenschutz und Cyberkriminalität zählen inzwischen zu den größten Haftungsrisiken für Unternehmen. Gleichzeitig fehlen in vielen Betrieben noch grundlegende Schutzmaßnahmen oder passende Absicherungen. „Dabei sehen wir in unserem Beratungsalltag, dass die Bedrohung durch Cyberkriminelle täglich zunimmt – auch weil die Digitalisierung voranschreitet und sich die künstliche Intelligenz weiterentwickelt“, sagt Ingo Steinwedel, Cyberexperte der R+V Versicherung.


















Ende 2024 soll es einen Bauüberhang von 759.700 genehmigten, noch nicht fertiggestellten Wohnungen gegeben haben.
Es könnte gebaut werden aber es rechnet sich nicht.
Es sind die ineffizienten Prozesse im Wohnungsbau:
Geringe operativen Leistungsfähigkeit und Produktivität (McKinsey)
https://www.mckinsey.de/news/presse/infrastruktur-und-wohnen-deutsche-ausbauziele-in-gefahr
Geringer Wertschöpfungsgrad von ca.30% (Roland Berger)
file:///C:/Users/Win10%20Pro%20×64/Documents/B.M/Eigene%20Bilder/dokumente/roland_berger_digitalisierung_bauwirtschaft_final.pdf
Exorbitanten Fehlerquote (BauInfoConsult),
https://bauinfoconsult.de/presse-fehlerkosten-am-bau-in-2021-mit-rund-165-milliarden-immer-noch-zu-hoch/
Deutschlands bedeutender Projektentwickler Christoph Gröner, hatte dazu sehr polemisch geschrieben:
„Seit fast 50 Jahren hat die Bauindustrie keine Innovationen mehr geliefert. Im Prinzip bauen wir sogar fast noch wie die alten Römer.“
„Der Bauwirtschaft geht es einfach zu gut. Sie habe es versäumt, sich in eine Industrie zu verwandeln. Sie muss viel produktiver werden. Die einfachsten Möglichkeiten der Automatisierung würden in Deutschland nicht genutzt.“
Es ist auch keine Frage der Förderprogramme, sondern eine Frage nach der Ineffizienz der Bauwirtschaft. Was nützt das Geld, wenn man dafür nur überteuerte Leistungen bekommt.
Subventionen aus Steuergeldern
Subventionen sind die Belohnung für das Versagen
(Dr. Markus Krall)
Es kann keine zukunftsfähige Lösung sein, wenn beim Wohnungsneubau mit Subventionen, auch geförderter Wohnungsbau genannt, die sogenannte Sozialbindung nach 15 Jahren wegfällt und diese Wohnungen dann zu „Marktmieten“ angeboten werden können.
Vermutlich müssen dann sehr viele Mieter aus finanziellen Gründen ihre Wohnung, sowie ihre damit verbundenen und seit langem bestehenden sozialen Beziehungen, aufgeben.
Die Bauwirtschaft ist keine heilige Kuh, an deren Prozesse nicht gezweifelt werden darf.