Auch in der dritten Verhandlungsrunde im Dachdeckerhandwerk konnten die Tarifparteien keine Einigung erzielen. Während die Arbeitnehmervertreter einen Lohnanstieg um 5,8 Prozent fordern, bieten die Arbeitgebervertreter lediglich 1,3 Prozent für zwei Jahre. Zwar herrscht allgemeiner Konsens über die Einrichtung eines Innovationsfonds bei der Sozialkasse des Dachdeckerhandwerks, doch um die Lohnerhöhung müssen die 80.000 Dachdecker in Deutschland weiter bangen.
Nach drei erfolglosen Tarifverhandlungen im Dachdeckerhandwerk wächst die Gefahr eines Tarifstreits. Auch bei der Verhandlungsrunde am 22. August konnte sich die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) nicht mit dem Zentralverband des Deutschen Dachdeckerhandwerks (ZVDH) einigen. Denn während die Arbeitnehmervertreter 5,8 Prozent Lohnanstieg fordern, lehnt die Arbeitgeberseite ein Wachstum über zwei Prozent kategorisch ab und bieten für zwei Jahre jeweils nur 1,3 Prozent. Für den stellvertretenden IG BAU-Bundesvorsitzenden und Verhandlungsführer Dietmar Schäfers ist dieses Angebot nicht tragbar: „Die Krisenjahre am Bau sind endgültig vorbei. Jetzt boomt die Branche und daran haben die Arbeitsnehmer ihren fairen Anteil verdient.“
Lediglich der geplanten Innovationsfond zur Zukunftssicherung des Dachdeckerhandwerks stößt beim ZVDH trotz der geforderten Beteiligung von 0,5 Prozent nicht auf Ablehnung. So wundert sich Schäfers: „Es ist nicht zu erklären, wieso die Arbeitgeber einerseits viel Wert darauf legen, im Kampf um die Köpfe mitzuhalten, auf der anderen Seite mit ihrer Lohnpolitik das klare Abschrecksignal senden: Wer nach der Schule im Dachdeckerhandwerk anfängt, muss auf Reallohnzuwachs verzichten.“
Die nächste Tarifverhandlung findet am 8. Oktober in Frankfurt am Main statt.

















