Umsatzrückgang im Dachdeckerhandwerk

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Foto: Roland Riethmüller

Trotz der positiven Baukonjunktur hat das Dachdeckerhandwerk in Deutschland im vergangenen Jahr einen Umsatzrückgang verzeichnen müssen. Doch die Aussichten in der Branche sind weiter positiv. Die verschärfte Energieeinspar-Verordnung (EnEV) und der anhaltende Wohnungsneubau treibt in diesem Jahr den weiteren Umsatz im Dachdeckerhandwerk. Leidiglich der Fachkräftemangel und der allgemeine Preisverfall trüben das Bild.

Die Baukonjunktur in Deutschland boomt. Trotzdem läuft es nicht in allen Gewerken gleich rund. Wie das Statistische Bundesamt Anfang März bekannt gab, ist der Umsatz im Dachdeckerhandwerk gegenüber dem Vorjahr um 2,4 Prozent auf 8,99 Milliarden Euro zurückgegangen. “In absoluten Zahlen gesehen, fallen wir bei der Betriebsleistung in unserem Wirtschaftszweig damit wieder unter das Niveau des Jahres 2011 zurück. Angesichts der seit Jahren positiven Baukonjunktur ist dies ein eher enttäuschender Verlauf, obwohl die durchschnittliche Mitarbeiterzahl 2015 nur um 0,2 Prozent niedriger als im Vorjahr lag und damit nahezu stabil geblieben ist”, erklärt der Präsident des Zentralverbands des Deutschen Dachdeckerhandwerks (ZVDH), Karl-Heinz Schneider. Vermutungen liegen nahe, dass der Rückgang auf die angedachte, aber nicht umgesetzte steuerliche Förderung von Wärmedämm-Maßnahmen zurückzuführen ist.

Dachdeckerhandwerk trotzdem zuversichtlich

Obwohl die Ertragslage 2015 durch den starken Wettbewerb, sowie die gestiegenen Bau- und Personalkosten nur mittelmäßig ausfallen dürfte, ist das Dachdeckerhandwerk zuversichtlich. Die aktuelle ZVDH-Umfrage zeigt, dass die Stimmung unter den Betriebsinhaber dennoch gut ist und die aktuelle Geschäftslage mit der Schulnote 2,6 bewertet wird. Auch die Aussichten auf das aktuelle Jahr fallen mit der Note 2,5 recht positiv aus. Lediglich kleinere Betriebe mit unter fünf Mitarbeitern sind eher pessimistisch. “Die florierende Wohnungsneubautätigkeit wird auch dem Dachdeckerhandwerk nutzen, wenngleich unsere Betriebe von der dynamischen Nachfrage weiterhin nur unzureichend profitieren”, ist auch Schneider überzeugt. So zeigt sich, dass die Auftragsbestände im Dachdeckerhandwerk im Vergleich zum Vorjahr vor allem im Bereich Neubau und Sanierung deutlich gestiegen sind. Die Betriebe profitiert in dem Zusammenhang besonders von der milden Wintersaison 2015/2016. Doch auch die Verschärfung der energetischen Anforderungen durch das Inkrafttreten der neuen Energieeinspar-Verordnung (EnEV) spielt dem Gewerk zu. Zusätzliche Impulse könnte eine weitere Sonder-AfA als Steueranreiz für den privaten Wohnungsbau bringen, meint der ZVDH-Präsident.

Lokale Aufträge überwiesen im Dachdeckerhandwerk

Durch die Verbesserung der regionalen Auftragslage sinkt die Mobilitätsnotwendigkeit der Handwerksbetriebe im Dachdeckerhandwerk. Die meisten Aufträge erhalten Dachdecker in einem Radius von 50 km. Fahrten bis 100 km Entfernung sind von 21,0 auf 18,1 Prozent und Fahrten bis 200 km von 4,7 auf 3,3 Prozent zurückgegangen. Auch Auslandseinsätze sind im Bundesdurchschnitt selten. Nur 7,5 Prozent aller Dachdecker arbeiten im Ausland. Dies sind mit 23,3 Prozent hauptsächlich Betriebe in Rheinland-Pfalz, doch auch 15,5 Prozent der Betriebe in Schleswig-Holstein und 14,3 Prozent der Betriebe im Saarland arbeiten aufgrund der Nähe zum Nachbarstaat grenzüberschreitend.

Fachkräftemangel und Preisverfall belasten das Dachdeckerhandwerk

Sorgen bereitet dem Dachdeckerhandwerk vor allem der Fachkräftemangel, die Bürokratiehindernisse und der allgemeine Preisverfall am Bau. Viele Betriebsinhaber klagen darüber, kaum noch realistische Marktpreise durchsetzen zu können. So stehen oftmals traditionelle Handwerkbsbetriebe in direkter Konkurrenz zu Hausmeister-Services und Soloselbständigen ohne ausreichenden Versicherungsschutz.

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