Negativer Arbeitstageeffekt verursacht Umsatzrückgang

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Foto: berggeist007 / pixelio.de

Obwohl die grundsätzliche Umsatzentwicklung für das Bauhauptgewerbe im aktuellen Jahr bisher sehr positiv verlaufen ist, beklagt sich die Baubranche für den Mai dieses Jahres über erhebliche Umsatzeinbußen. Gleichzeitig blickt man jedoch weiterhin optimistisch in die Zukunft, da dieser Rückgang in einem negativen Arbeitstageeffekt begründet ist. Immerhin fehlten dem Gewerbe zwei Arbeitstage gegenüber dem Mai des letzten Jahres.

Aktuelle Zahlen belegen, dass der Mai 2012 für die Baukonjunktur nicht mehr so gut war wie noch im Vorjahresmonat. Das Bauhauptgewerbe musste sowohl im Umsatz als auch beim Auftragseingang mit Rückschlägen umgehen. Gemäß der Zahlen des Hauptverbandes der Deutschen Bauindustrie, bedeutet dies für den baugewerblichen Umsatz ein Minus von  nominal 6 Prozent gegenüber Mai 2011. An eine Eintrübung der wirtschaftlichen Lage in der Branche glaubt man trotz allem nicht, da im Mai 2012 immerhin auch zwei Arbeitstage weniger zur Verfügung standen als im Vorjahreszeitraum. Betrachtet man den Zeitraum von Januar bis Mai des laufenden Jahres, so ergibt sich aus den Zahlen ein Rückgang von 1,1 Prozent.

Auch der Auftragseingang lässt noch Wünsche offen, denn im Mai 2012 sank er erstmals seit sechs Monaten – um nominal 2,1 Prozent (real: -4,7 Prozent). Jedoch muss auch berücksichtigt werden, dass die ersten fünf Monate des Jahres ein ganz anderes Bild zeigen, was auch dafür sorgt, dass ein Plus von nominal 8,6 Prozent (real: +5,7 Prozent) gegenüber Mai 2011 zu verzeichnen ist.

Sowohl beim Umsatz- als auch beim Ordereingang zeigt sich der Hauptverband der Deutschen Bauindustrie trotz der Zahlen nicht besorgt. Der Verband sieht hierbei keine konjunkturellen Gründe, sondern vielmehr die eines Arbeitstageeffekts. Eine weitere Begründung ist ein statistischer Basiseffekt, bei dem der Umsatz im Vergleichsmonat Mai 2011 um 21,5 Prozent gestiegen ist. Beim Rückgang des Auftragseingangs sieht man auch die starke Auslastung der Betriebe als Ursache. Es darf nicht unbeachtet bleiben, dass es um den Auftragseingang in den Vormonaten sehr gut bestellt war. Die Folge ist allerdings, dass die Betriebe inzwischen an ihre Kapazitätsgrenzen kommen und teilweise gar keine neuen Aufträge mehr annehmen können. Laut ifo Konjunkturtest lag die Auslastung Mitte Juni bereits bei 76,4 Prozent und damit beim höchsten Wert seit der Wiedervereinigung. Im Vergleich: der langjährige Durchschnitt liegt bei 68,6 Prozent.

Im Wohnungsbau sehen die Zahlen etwas besser aus. Hier war eine leichte Umsatzsteigerung von 0,3 Prozent zu erkennen. Von Januar bis Mai waren es plus 4,9 Prozent. Der Auftragseingang allerdings ist rückläufig mit einem Minus von 11,5 Prozent. Trotz des Rückgangs der Orders ist an einen Abbruch der guten Wohnungsbaulage nicht zu denken, denn die Baugenehmigungen stiegen im Mai nochmals um 12,2 Prozent an.

Im Wirtschaftsbau liegt der Umsatzrückgang mit einem Minus von 5,0 Prozent auch sehr hoch, waren es von Januar bis Mai noch plus ein Prozent. Dennoch ist man auch im Wirtschaftsbau optimistisch. Der Auftragseingang konnte dabei eine leichte Steigerung verzeichnen – um 0,5 Prozent. Von Januar bis Mai lag er bei 4,6 Prozent Erhöhung. Auch hier stiegen die Baugenehmigungen um 11 Prozent an, was auf weitere Aufträge schließen lässt.

Der Öffentliche Bau ist leider immer noch das schwarze Schaf. Das Umsatzminus beträgt hier ganze 14,7 Prozent, was auch gegenüber dem Minus von 10,9 Prozent aus dem Zeitraum von  Januar bis Mai sehr stark auffällt. Ähnlich massiv zeigt sich auch die negative Entwicklung im Auftragseingang. Um 0,1 Prozent lag er unter dem Wert aus Mai 2011, obwohl zwischen Januar und Mai eine Steigerung von 14 Prozent vorlag.  Richtet man den Blick auf die Baugenehmigungen sind die Aussichten auch hier alles andere als rosig – mit einem Rückgang von 13,3 Prozent.

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