Die gesetzliche Pflicht zur E-Rechnung rückt näher, doch haben noch immer zwei Drittel der Selbstständigen nicht umgestellt. Eine aktuelle Studie zeigt: Gerade im Bau- und Handwerkssektor besteht dringender Handlungsbedarf. Trotz hoher Digitalisierungsbereitschaft drohen rechtliche und finanzielle Risiken durch verspätete Umsetzung. Wer jetzt nicht handelt, riskiert vermeidbaren Stress in der Buchhaltung und büßt im Wettbewerb um öffentliche Aufträge an Effizienz ein.
Zwar schreitet die Einführung der E-Rechnung in Deutschland voran, doch viele Unternehmen zögern noch. Aufgrund der seit Januar 2025 geltenden Übergangsfristen hat erst rund ein Drittel der Selbstständigen digitale Rechnungen genutzt. Besonders auffällig: Während digital affine Branchen vorn liegen, zeigt sich auch das Handwerk mit einer hohen Bereitschaft zur Umstellung. Dennoch offenbaren die aktuellen Zahlen ein deutliches Umsetzungsdefizit. Das birgt potenziellen Risiken für Unternehmen, die den Übergang unterschätzen. Wie die aktuelle Studie des Softwareunternehmens SevDesk offenbart, haben lediglich 36 Prozent der Selbstständigen bereits eine E-Rechnung erstellt. Damit bleibt eine Mehrheit von 64 Prozent bislang außen vor, obwohl das Ende der Übergangsregelungen absehbar ist. Aus offenen Fragen könnten schnell rechtliche und buchhalterische Hürden werden. Das ist ein Risiko, das auch für Bauunternehmen und Handwerksbetriebe relevant ist. Die E-Rechnung ist kein Zukunftsthema mehr, sondern gesetzlich verankerte Realität.
Regionale Unterschiede bei Umsetzung der E-Rechnung, aber keine klare Trennlinie
Im Ländervergleich zeigt sich ein relativ einheitliches Bild. So haben in den verschiedenen Bundesländern bemerkenswert homogen zwischen 25 und 33 Prozent der Selbstständigen E-Rechnungen eingeführt. Spitzenreiter sind Mecklenburg-Vorpommern und Thüringen mit je 33 Prozent, Schlusslichter sind das Saarland mit 25 Prozent und Bremen mit 27 Prozent. Dabei ist kein Ost-West-Gefälle zu erkennen, was auf eine bundesweit gleichwertige Relevanz des Themas hindeutet.
Handwerk fast gleichauf mit digitaler Dienstleistungsbranche
Bemerkenswert ist das starke Abschneiden des Handwerks. Mit 39 Prozent Umstiegsquote liegt es nur knapp hinter der Dienstleistungs- und Beratungsbranche mit 40 Prozent. Damit beweist die traditionell eher analog geprägte Branche digitale Wandlungsbereitschaft. Im Handel hingegen bleibt die Quote mit 28 Prozent deutlich zurück – vermutlich auch wegen komplexerer Systemstrukturen.
Hindernisse liegen weniger in der Technik als in der Wahrnehmung
Die Gründe für das Zögern sind laut Umfrage vielfältig. Neben fehlendem Bedarf und Zeitmangel nennen viele Selbstständige mangelnde Informationen zur Umstellung als Hauptursache. Der technische Aufwand hingegen wird deutlich überschätzt: 86 Prozent derjenigen, die den Schritt bereits gegangen sind, berichten von einem leichten oder sehr leichten Umstieg. „Die Umstellung auf E-Rechnung klingt oft komplizierter als sie ist“, bringt es Christian Deák von der DHV Steuerberatung auf den Punkt. „Mit der richtigen Software ist sie schnell erledigt – und wer rechtzeitig handelt, vermeidet unnötigen Stress in der Buchhaltung.“ Für Unternehmen der Bauwirtschaft bedeutet das: Jetzt ist der richtige Zeitpunkt, aktiv zu werden. Wer wartet, riskiert bürokratische Engpässe und verliert Zeit, die für Projekte längst eingeplant ist.


















Ich hätte ja gerne an der Umfrage teilgenommen. Leider ist meine Antwort nicht vorgesehen:
„Ja, notgedrungen“
Habe pünktlich zum 1. Januar 2025 umgestellt. Für mich liegen keine „Vorteile auf der Hand“.
Wieder so ein Bürokratiemonster. Rechnung per PDF würde völlig reichen.