Materialbeschaffung im Straßenbau: Neue Plattform spart Zeit und Kosten

Foto: blas / envatoelements

Materialengpässe, fehlende Transparenz und zeitaufwendige Abstimmungen zählen häufig zu den größten Herausforderungen im Straßenbau. Während Baustellen und Planungsprozesse zunehmend digitalisiert werden, gelten Einkaufs- und Beschaffungsprozesse meist noch als vergleichsweise analog. Eine neue digitale Plattform will Materialsuche, Preise und Verfügbarkeiten zentral zusammenführen und damit mehr Übersicht sowie effizientere Abläufe in der Materialbeschaffung schaffen.

Angesichts steigenden Kostendrucks und zunehmender Anforderungen an Effizienz gewinnt die Digitalisierung operativer Abläufe für Bauunternehmen stetig an Bedeutung. Doch während sich in vielen Bereichen bereits BIM, digitale Bauakte oder automatisierte Baustellenprozesse etablieren, gelten Einkaufs- und Beschaffungsprozesse in Teilen der Branche weiterhin als vergleichsweise analog. Gleichzeitig können fehlende Transparenz, kurzfristige Materialengpässe oder aufwendige Abstimmungsprozesse Zeit und Ressourcen binden. So gilt insbesondere die Materialbeschaffung im Straßenbau vielerorts noch als zeitaufwendiger und wenig digitalisierter Prozess. Telefonate, E-Mails und eingespielte Lieferketten bestimmen oft den Alltag auf Baustellen und in Bauhöfen. Mit einer neuen digitalen Plattform soll sich das nun ändern: Der B2B-Marktplatz RoadPartner will Beschaffungsvorgänge im Straßenbau zentral bündeln und damit eine schnellere Übersicht über Produkte, Preise und Verfügbarkeiten ermöglichen.

Materialbeschaffung im Straßenbau soll zentraler werden

Die neue Plattform RoadPartner wurde von dem deutsch-schweizer Startup Asphalt Partner entwickelt und richtet sich an Bauunternehmen, Kommunen und Straßenmeistereien. Ziel ist es, Materialsuche und Beschaffung an einer zentralen Stelle zusammenzuführen. Zum Angebot zählen unter anderem Kaltasphalt, Bitumenemulsionen, Vergussmassen, Produkte zur Verkehrsabsicherung, Werkzeuge und persönliche Schutzausrüstung. Dabei soll nicht nur der reine Einkauf vereinfacht werden, sondern auch die Übersicht über bestehende Konditionen und Liefervereinbarungen erhalten bleiben. Ein zentraler Aspekt ist dabei, bestehende Lieferantenbeziehungen ausdrücklich nicht zu ersetzen. Stattdessen versteht sich die Plattform als zusätzliche digitale Ebene über bereits etablierte Prozesse. „Der Einkauf im Straßenbau läuft seit Jahrzehnten über Telefon, Mail und persönliche Kontakte“, bestätigt Claas Buse, Geschäftsführer von Asphalt Partner. „Diese Beziehungen sind wertvoll und sollen bleiben. Was wir liefern, ist eine digitale Schicht darüber, die Bestellungen, Verfügbarkeiten und Konditionen an einem Ort bündelt.“ Dies bietet Bauleitern und Einkäufern Transparenz ohne Lieferantenwechsel.

Fokus auf einfache Nutzung statt zusätzlicher Komplexität

Ein häufiger Kritikpunkt bei neuen Softwarelösungen in der Bauwirtschaft besteht darin, dass zusätzliche Systeme oftmals mehr Verwaltungsaufwand erzeugen, als sie Nutzen schaffen. Genau dort setzen die Gründer nach eigenen Angaben an. Die Plattform läuft vollständig browserbasiert und benötigt keine Installation oder komplexe Einführungsprozesse. Denn das haben die Nutzer immer wieder beanstandet. „Niemand will ein zusätzliches System pflegen, das vom Tagesgeschäft ablenkt“, erklärt Mitgründer Moritz Wübbelsmann. „RoadPartner ist deshalb bewusst schlank gehalten. Wer einen Browser bedienen kann, ist nach wenigen Minuten produktiv.“

Digitalisierung rückt stärker in den Baustellenalltag

Für Bauunternehmen könnte die Entwicklung beispielhaft für einen breiteren Trend stehen: Die Digitalisierung verlagert sich zunehmend von strategischen Themen in operative Baustellenprozesse. Neben Bauplanung und Projektsteuerung geraten nun auch Einkaufs-, Dispositions- und Materialprozesse stärker in den Fokus. Laut Asphalt Partner sollen künftig weitere Maschinen- und Dienstleistungskategorien sowie digitale Funktionen für Nachunternehmer und Vermieter ergänzt werden.

Wo scheitert die Materialbeschaffung im Straßenbau heute am häufigsten?

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