Mehr Planungssicherheit bei den Personalkosten: Das SHK-Handwerk in Nordrhein-Westfalen erhält mit dem neuen Tarifabschluss einen langfristigen Rahmen bis zum Jahr 2028. Moderate Entgeltsteigerungen und eine lange Laufzeit sollen Betrieben in Zeiten schwacher Baukonjunktur, steigender Kosten und Fachkräftemangel verlässliche Kalkulationen ermöglichen. Der Abschluss gilt damit als wichtiges Stabilitätssignal für Unternehmen im Bau- und Ausbauhandwerk.
Ein neuer Tarifabschluss sorgt im nordrhein-westfälischen SHK-Handwerk für mehr Planungssicherheit bis zum Jahr 2028. Arbeitgeberverband und IG Metall haben sich auf eine zweistufige Lohn- und Gehaltserhöhung mit einer Laufzeit von insgesamt 24 Monaten verständigt. Das Ergebnis gilt branchenweit als Signal für Stabilität in wirtschaftlich angespannten Zeiten. Das vor allem für Handwerksbetriebe, die weiterhin mit schwankender Auftragslage, steigenden Materialkosten und Fachkräftemangel kalkulieren müssen. Dabei sieht die Einigung eine moderate Anpassung der Entgelte sowie Verbesserungen für Auszubildende vor und soll gleichzeitig die Wettbewerbsfähigkeit der Betriebe sichern. Damit reagiert die Tarifrunde auf die aktuelle Situation im Bau- und Ausbauhandwerk, in der langfristige Kostenplanung zunehmend zum entscheidenden Faktor für Investitionen und Personalentscheidungen wird. Laut Fachverband SHK NRW steht vor allem die wirtschaftliche Tragfähigkeit für Unternehmen im Mittelpunkt des Abschlusses.
Moderate Lohnsteigerungen bis 2028
Kern der Tarifeinigung ist eine gestaffelte Erhöhung der Löhne, Gehälter und Ausbildungsvergütungen über zwei Jahre. Ab März 2026 steigen die Entgelte zunächst um 2,95 Prozent, ein weiteres Plus von 2,55 Prozent folgt ab März 2027. Die Laufzeit endet damit erst im Februar 2028. Zusätzlich werden die vermögenswirksamen Leistungen Anfang 2027 erhöht. Für viele SHK-Betriebe bedeutet diese Struktur vor allem kalkulierbare Personalkosten über einen längeren Zeitraum hinweg. Gerade im Projektgeschäft mit langen Vorlaufzeiten gewinnt diese Planungssicherheit an Bedeutung, da Angebotspreise häufig Monate im Voraus festgelegt werden müssen. Parallel setzt die Branche mit steigenden Ausbildungsvergütungen ein Signal zur Nachwuchsgewinnung. Das ist ein entscheidender Punkt angesichts weiterhin unbesetzter Stellen im technischen Handwerk.
Planungssicherheit im Fokus der Arbeitgeber
Die Arbeitgeberseite betont ausdrücklich den wirtschaftlichen Ausgleich zwischen Mitarbeiterinteressen und betrieblicher Belastbarkeit. “Der Tarifausschuss des Verbandes hat stets bekräftigt, für die Beschäftigten etwas tun zu wollen. Bei Lohn und Gehalt und auch bei den Auszubildenden“, so Ausschuss-Sprecher Peter Schlüter, der weiter erklärt: “Für die Arbeitgeberseite waren die Forderungen der IG Metall unter anderem mit zusätzlicher Altersvorsorge und vor allem die geforderten 6 Prozent auf 12 Monatssicht einfach nicht akzeptabel. Demgegenüber ging es uns bei den Verhandlungen um eine langfristige Lösung, die den Betrieben möglichst große Kalkulations- und Planungssicherheit bietet – ohne dass der Abschluss vor allem nach hinten raus aus dem Ruder läuft. Das ist auch mit der ausgedehnten Laufzeit bis ins Jahr 2028 gelungen.“ Damit folgt der Abschluss einem Trend, der derzeit in mehreren Bau- und Ausbaugewerken zu beobachten ist: längere Tariflaufzeiten mit moderaten Anpassungen statt kurzfristiger, hoher Steigerungen. Für SHK-Unternehmen entsteht so ein stabilerer Rahmen für Investitionen, Personalentwicklung und Angebotskalkulation – Faktoren, die angesichts unsicherer Konjunkturaussichten zunehmend über die wirtschaftliche Zukunft vieler Handwerksbetriebe entscheiden.

















