Pläne der EU zur Meisterpflicht unter starker Kritik

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Foto: Roland Riethmüller

In den letzten Monaten wurde mehrfach über die Pläne der EU zur Evaluierung der reglementierten Berufe diskutiert. Das Handwerk macht dabei immer wieder deutlich, dass es sich weiterhin für eine Wiedereinführung der Meisterpflicht einsetzt. Darüber hinaus wird auch immer wieder in Frage gestellt, ob die Entscheidungsträger in Brüssel überhaupt beurteilen können, welche weitreichenden Folgen die derzeitigen Regelungen zur Meisterpflicht sowie eine mögliche Aufweichung der bestehenden Vorgaben haben können. Für das Handwerk steht fest, dass die eigene Zukunft durchaus gefährdet ist.

Bereits seit zehn Jahren gibt es nun die Novelle der Handwerksordnung. Mit ihrer Einführung im Jahr 2004 – und bereits davor – wurde immer wieder darüber gestritten, ob es zu verantworten sei, die Meisterpflicht in bestimmten Gewerken tatsächlich abzuschaffen. Vor allem die Nachteile im Bereich der dualen Ausbildung wurden dabei hinlänglich vorgetragen. Gebracht hat es nichts, denn die Abschaffung der Meisterpflicht in 53 Berufen wurde gültig.

Heute zeigt sich, dass die Kritik und Zweifel seitens des Handwerks nicht unberechtigt waren, denn wirklich erfolgreich sind viele zulassungsfreie Gewerke gegenwärtig nicht. Dies belegen auch die harten Fakten. So zeigt sich, dass allein im Jahr 2013 innerhalb der zulassungsfreien Gewerke 15 Prozent der Betriebe schließen mussten. Betrieben mit Meistertitel haben deutlich besser abgeschnitten, da waren es im Vergleich lediglich fünf Prozent. Natürlich lässt sich dieses Ergebnis nicht nur durch einen vorhandenen oder fehlenden Meistertitel begründen. Dennoch ist es immer wieder auffällig, dass zulassungsfreien Betrieben gewisse Strukturen und Fertigkeiten fehlen, die einem eben gerade im Rahmen der Meisterprüfung vermittelt werden.

Des Weiteren zeigt sich in der Praxis immer wieder, dass viele Betriebe Ein-Mann- oder Kleinstbetriebe sind. Hier fehlt dann allzu oft auch die Möglichkeit, auszubilden. Dies bedingt einen Teufelskreis, der in Zeiten des Fachkräftemangels nicht gewünscht sein kann.

Letztlich macht sich das Handwerk weiterhin dafür stark, dass man die Meisterpflicht wieder einführt. Sollte dies nicht umsetzbar sein, so erwartet man zumindest keine weiteren Lockerungen. Die wahren Verlierer werden, wie heute schon, die Verbraucher sein. Denn es lässt sich leider nicht leugnen, dass die Qualität bei vielen zulassungsfreien Betrieben weit hinter der der zulassungspflichtigen steht.

Wie bei allem sollte man keinesfalls nur schwarz und weiß sehen, denn auch in den zulassungsfreien Betrieben können Koryphäen sein, denen durch die Novelle der Handwerksordnung im Jahr 2004 ein Weg geebnet wurde. Doch sind dies bis heute immer wieder Seltenheiten.

Aktuelle Umfrage:
Was halten Sie von den Plänen der EU, die Meisterpflicht komplett abzuschaffen?

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