Während die Bauwirtschaft unter Fachkräftemangel leidet, diskutiert die Koalitionsarbeitsgruppe über neue Möglichkeiten der Frühverrentung. ZDB-Präsident Frank Dupré reagiert erstaunt und fordert die Bereitstellung von öffentlichen Mitteln zur altersgerechten Gestaltung von Arbeitsplätzen und Arbeitsverfahren. Schließlich sei es für die Bauwirtschaft wichtig, ihre Fach- und Führungskräfte so lange wie möglich im Arbeitsleben zu halten.
Die jüngst bekannt gewordenen Überlegungen der Koalitionsarbeitsgruppe zur Einführung vom „Arbeitssicherungsgeld“ für den flexiblen Übergang in den Ruhestand von älteren Arbeitsnehmern in schwer bestastenden Berufen trifft auf Unverständnis beim Zentralverband des Deutschen Baugewerbes (ZDB). „Wir erkennen durchaus an, dass ältere Arbeitnehmer in der Bauwirtschaft zum Teil aufgrund der körperlichen Belastungen der Bauarbeit Probleme haben, bis zur Regelaltersgrenze durchzuhalten“, erklärt ZDB-Vizepräsident Frank Dupré. Gleichzeitig fordert er die Frühverrentung nur in berechtigten Ausnahmefällen zu genehmigen und nicht pauschal einzuführen. Viel wichtiger sei die altersgerechte Gestaltung der Arbeitsplätze in körperlich belastenden Berufen, betont Dupré.
Viele Handwerksbetriebe versuchen schon heute, ihre Fach- und Führungskräfte entsprechend ihrer persönlichen Gesundheitslage so lange wie möglich im Betrieb zu halten. Zu diesem Zweck hat bereits die arbeitgeberfinanzierte Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft Konzepte zum Erhalt der Arbeits- und Beschäftigungsfähigkeit älterer Arbeitnehmer vorgelegt, bei denen körperliche Überanstrengungen vermieden oder zumindest deutlich reduziert werden. Dies bestätigt ebenso das Institut für Arbeit und Qualifikation (IAQ), das im Rahmen einer Studie einen erhöhten Technikeinsatz zur Unterstützung bemerkt hat.
Dupré appelliert an die Koalitionsarbeitsgruppe, auch die Entlastung der Bundesagentur für Arbeit und die Fachkräftesicherung im Hinterkopf zu haben. Schließlich können bei einer Reduzierung der körperlichen Belastung und der gesundheitlichen Risiken ältere Arbeitnehmer durchaus die Betriebe durch ihre langjährige Erfahrung entlasten. Auch sei es deutlich zielführender, durch eine Förderung der altersgerechten Gestaltung der Arbeitsplätze und Arbeitsverfahren ältere Mitarbeiter an den Betrieb zu binden als durch neue Steuern und Beiträge Lohnersatzleistungen zu finanzieren.

















