Strategie gegen Fachkräftemangel: Employer Branding am Bau

Foto: Roland Riethmüller

Die Baubranche ist nach wie vor vom Fachkräftemangel betroffen. Viele Bauunternehmen haben Schwierigkeiten, geeignete Fachkräfte und junge Talente für sich zu gewinnen. Wichtig ist vor allem ein erfolgreiches Storytelling und eine klare Kommunikation nach außen. Das verdeutlicht potenziellen Bewerbern, was das Besondere am eigenen Unternehmen ist. Eine aktuelle Untersuchung hat die Karriereseiten der umsatzstärksten Bauunternehmen analysiert und die wichtigsten Aspekte für ein erfolgreiches Employer Branding zusammengestellt.

Viele Betriebe in Deutschland sind vom Fachkräftemangel betroffen. Das ist aber nicht nur in der Baubranche so. Daher konkurrieren Unternehmen der gesamten Wirtschaft um die knappen Fachkräfte. Die Herausforderungen, neue Talente und Fachkräfte zu finden, sind entsprechend groß. Wichtig ist daher, wie sich die Arbeitgeber nach außen präsentieren. Ein gut eingesetztes Storytelling kann wahre Wunder bewirken. Miriam Rupp und Nora Feist, Geschäftsführerinnen von Mashup Communications, machen deutlich, wie die 20 umsatzstärksten deutschen Bauunternehmen ihr Employer Branding optimiert haben und wo es noch Schwachstellen gibt. „In jedem Unternehmen stecken Geschichten, in denen die Angestellten als Protagonist:innen agieren”, weiß Storytelling-Expertin Miriam Rupp. “Schließlich tragen gerade sie maßgeblich zum Erfolg und zur Kultur eines Betriebs bei.“ 

Strabag und Züblin überzeugen mit tollen Karrieregeschichten

Besonders gut gelungen ist das Storytelling beim Baukonzern Strabag. Mit spannenden Geschichten zieht das Unternehmen neue Mitarbeiter an. In Interviews werden die Mitarbeiter auf spannende Weise vorgestellt und geben realistische Einblicke in den Arbeitsalltag. So erzählt zum Beispiel Straßenbauer Marcel seinen Werdegang bei der Strabag. Überzeugende Karrierestorys gibt es auch bei Züblin, der Tochterfirma des Strabag-Konzerns. Peter Abele berichtet davon, was seinen Beruf so besonders macht. Mit interessanten Videos präsentieren sich die Mitarbeiter den Zuschauern. Dadurch fühlen sich die potenziellen Mitarbeiter persönlich angesprochen. Hier zeigt sich, wie durch Employer Branding neue Fachkräfte gewonnen werden. Die Kommunikationsexpertinnen empfehlen Bauunternehmen, ihre Wertvorstellungen öffentlich zu machen und dabei zu zeigen, warum gerade ihr Unternehmen so besonders ist. Das bestätigt auch Nora Feist, Verantwortliche für HR und Employer Branding bei der Berliner Agentur: „Geschichten aus dem beruflichen Alltag veranschaulichen diese Überzeugungen. Dies lässt potenzielle Bewerber:innen die gelebten Werte eines Unternehmens leichter erkennen sowie ein tieferes Verständnis für die Arbeitskultur entwickeln.“

Employer Branding – Mit gutem Beispiel vorangehen

Ein gutes Beispiel für Employer Branding bietet auch die österreichische Porr. Das Bauunternehmen setzt auf Chancengleichheit, Nachhaltigkeit und eine lebenswerte Zukunft. Die Basis ist eine Nachhaltigkeitsstrategie, die auf den drei Säulen Umwelt, Soziales und Governance beruht. Weitere Elemente für ein gutes Storytelling und Employer Branding ist die öffentliche Darstellung von Teamgeist und Zusammenhalt der Kollegen. Der Industriedienstleister Kaefer geht mit gutem Beispiel voran. Die Website zeigt, wie wichtig der Zusammenhalt ist. Ein Imagefilm unterstreicht dies zusätzlich. Wichtig ist außerdem, dass Extra-Leistungen eines Unternehmens deutlich präsentiert werden. Dazu zählen zum Beispiel die Möglichkeit zur Durchführung eines Sabbaticals, mobiles Arbeiten mit flexiblen Arbeitszeiten und eine ausgewogene Balance zwischen Arbeit und Freizeit. Besonders professionell verdeutlicht dies das Bauunternehmen Goldbeck. Alle Vorteile und Vergünstigungen werden dabei anschaulich auf der Website präsentiert.

Keiner ist perfekt, Kommunikation oft optimierungsbedürftig

Viele Bauunternehmen machen bereits vieles richtig, dennoch gibt es weiteres Potenzial zur Optimierung. Auffällig bei vielen Karriereseiten ist jedoch, dass die Kommunikation sehr oft zu kurz kommt. Dabei sind gerade diese Aspekte so wichtig, um potenzielle Bewerber zu gewinnen.

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