Nachdem die Arbeitgeber kein verhandlungsfähiges Angebot abgegeben hatten, sind die Tarifverhandlungen im Malerhandwerk am dritten Verhandlungstag ergebnislos abgebrochen worden. Die Vorstellungen der Arbeitgeber und Arbeitsnehmer liegen insgesamt zu weit auseinander, um zu einer Einigung kommen zu können. Damit gelten die Tarifgespräche als so gut wie gescheitert und würden dann im zweiten Schritt geschlichtet werden müssen.
In der diesjährigen Tarifrunde für das Malerhandwerk mit rund 140.000 Beschäftigten kam es zu einer überraschenden Wende: Ende letzter Woche wurde erstmals in den diesjährigen Lohnverhandlungen zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern die Tarifgespräche abgebrochen. Damit gelten die Verhandlungen im Malerhandwerk als so gut wie gescheitert.
Mangelnde Verhandlungsbereitschaft der Arbeitgeber
“Eine solche Sturheit wie in dieser Tarifrunde habe ich noch nicht erlebt”, beschwert sich Dietmar Schäfers, stellvertretender Bundesvorsitzende der Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU). “Wer aber so mit Beschäftigten umgeht wie die Arbeitgeber jetzt, braucht sich nicht einzubilden, dass sich noch viele junge Menschen für das Maler- und Lackiererhandwerk interessieren.”
Fast vier Prozent Differenz zwischen den beiden Angeboten
Denn trotz guter Auftragslage im Malerhandwerk haben die Arbeitgeber nach Meinung der IG BAU kein verhandlungsfähiges Angebot vorgelegt. “Am Bau und in anderen Branchen haben wir Einkommenszuwächse von mehr als dem Doppelten ihres Angebots. Das mickrige Plus von einem Prozent, was die Arbeitgeber nur zahlen wollen, koppelt Maler und Lackierer noch stärker von dem allgemeinen Lohnzuwachs in Deutschland ab”; argumentiert Schäfers. Die IG BAU fordert daher ein Lohnplus von 5,9 Prozent für zwölf Monate. Ferner sollen Maler künftig den 24. und 31. Dezember als arbeitsfreien Tag mit vollen Bezügen erhalten. Auch die Anpassung der Ost- an die Westlöhne sind ein wesentlicher Bestandteil der Forderungen. Die Arbeitgeber bietet jedoch nur ein Prozent für 24 Monate.
Schlichtung steht an
Nach dem Verhandlungsabbruch empfiehlt nun die IG BAU-Tarifkommission dem IG BAU-Bundesvorstand, das Scheitern offiziell zu erklären. In diesem Fall reift die Schlichtungsordnung der Tarifparteien und die Friedenspflicht innerhalb von gut drei Wochen.