Trendwende am Bau: Solarmarkt schwach, Wärmepumpen gefragt

Foto: anatoliy_gleb / envatoelements

Der Ausbau moderner Energietechnik im Sektor mit energieeffizienter Gebäudetechnik stockt: Sinkende Installationszahlen bei Solaranlagen und Speichern sorgen für Unsicherheit auf Baustellen und bremsen Investitionsentscheidungen. Gleichzeitig entwickelt sich die Wärmepumpe zum neuen Wachstumstreiber im Wohnungsbau und in der Sanierung. Aktuelle Branchendaten zeigen, warum Bauunternehmen und Handwerksbetriebe ihre Geschäftsstrategien jetzt neu ausrichten müssen, um Chancen im Markt für klimafreundliche Gebäudetechnik zu sichern.

Der Markt für Zukunftstechnologien im Gebäudebereich verliert spürbar an Dynamik: Eine aktuelle Auswertung des Zentralverbands der Deutschen Elektro- und Informationstechnischen Handwerke (ZVEH) zeigt deutliche Rückgänge bei Photovoltaik- und Speicherinstallationen. Gleichzeitig wächst der Wärmepumpenmarkt weiter. Das ist ein Signal mit erheblicher Relevanz für Bauunternehmen und das Ausbaugewerbe, die zunehmend auf energieeffiziente Gebäudetechnik setzen müssen. Denn die Zahlen belegen einen klaren Trend: Während Photovoltaik (PV) lange als Wachstumstreiber galt, verliert das Segment an Tempo. Ursache sind hauptsächlich politische Unsicherheiten und schwankende Förderbedingungen, die Investitionen bremsen. Für die Bauwirtschaft hat das direkte Auswirkungen, da insbesondere im Neubau und in der Sanierung integrierte Energiekonzepte an Bedeutung gewinnen und deren Wirtschaftlichkeit stark von stabilen Rahmenbedingungen abhängt.

Rückgang bei Photovoltaik-Anlagen belastet Bauprojekte

Im Jahr 2025 installierten E-Handwerksbetriebe nur noch 355.000 PV-Anlagen, nachdem es im Vorjahr noch 395.000 waren. Besonders betroffen ist die Gebäude-PV, die im Baukontext eine zentrale Rolle spielt. Auch Batteriespeicher verzeichnen einen Rückgang. Das ist ein Indikator dafür, dass viele Bauherren Investitionen verschieben oder ganz stoppen. „Wir erleben seit 2023, dass die Zahlen im Photovoltaik-Bereich zurückgehen, weil die Investitionsanreize abnehmen und die Unsicherheit am Markt zunimmt“, erklärt ZVEH-Hauptgeschäftsführer Alexander Neuhäuser. Diese Entwicklung trifft die Bauwirtschaft doppelt: Einerseits sinkt die Nachfrage nach integrierten Energielösungen, andererseits geraten bereits geplante Projekte unter wirtschaftlichen Druck. Zusätzlich gibt es ein strukturelles Problem: Beim Rückzug von Unternehmen aus zukunftsorientierten Bereichen besteht die Gefahr, dass sie an Fachkompetenz verlieren. „Das zeigt ganz klar: Betriebe ziehen sich aus diesen Zukunftsbereichen zurück“, warnt Neuhäuser. Perspektivisch führt dies zu Engpässen bei erfahrenen Anbietern von technischer Gebäudeausrüstung.

Wärmepumpen bleiben Wachstumstreiber

Deutlich positiver entwickelt sich dagegen der Markt für Wärmepumpen. Die Installationszahlen stiegen von 160.000 im Jahr 2024 auf 205.000 im Jahr 2025. Auch der Anteil der Betriebe, die in diesem Bereich tätig sind, wächst kontinuierlich. Dabei eröffnet diese Entwicklung Chancen für Bauunternehmen, insbesondere im Wohnungsbau und in der energetischen Sanierung. Wärmepumpen gelten  trotz politischer Debatten rund um das Gebäudeenergiegesetzals Schlüsseltechnologie für klimaneutrales Bauen und werden zunehmend nachgefragt. „Das zeigt: Die Akzeptanz für diese klimaneutrale Wärmetechnologie in der Bevölkerung ist weiter gewachsen – trotz der unglücklichen Kommunikation rund um das ‘Heizungsgesetz’“, betont Neuhäuser. Für die Baupraxis bedeutet das Planungssicherheit in einem ansonsten volatilen Marktumfeld.

Ladeinfrastruktur stagniert – Unsicherheit bleibt hoch

Auch im Bereich E-Mobilität zeigt sich eine Abkühlung: Die Zahl der installierten Ladepunkte sank im Jahr 2025 leicht auf 360.000. Gründe sind unter anderem politische Diskussionen über Förderungen und die allgemeine Kaufzurückhaltung bei Elektrofahrzeugen. Für Bauunternehmen, die Ladeinfrastruktur zunehmend in Projekte integrieren, ist diese Entwicklung ein Warnsignal. Unsichere Rahmenbedingungen erschweren Investitionsentscheidungen und verzögern die Umsetzung nachhaltiger Mobilitätskonzepte. Damit zeigt die ZVEH-Auswertung insgesamt ein klares Bild: Der Markt für energiebezogene Gebäudetechnik bleibt stark politisch getrieben. Für die Bauwirtschaft wird es damit entscheidend, flexibel auf Marktveränderungen zu reagieren und gleichzeitig strategisch auf stabile Zukunftsfelder wie Wärmepumpen zu setzen.

Bremst der Einbruch bei Photovoltaik die Energiewende am Bau aus?

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