Umdenken bei Infrastrukturprojekten nötig

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Foto: Slawomir Podskrob / pixelio.de

Wir erleben es im Alltag immer wieder, die Zahl der Baustellen nimmt eher zu als ab. Das liegt oftmals nicht unbedingt daran, dass neue Projekte begonnen werden, sondern ist vielmehr in der mangelnden Fertigstellung begründet. Wer nun glaubt, dieses Phänomen wäre nur in Deutschland verbreitet, der täuscht. Im Grunde ist der gesamte europäische Raum davon betroffen, wie auch der Sonderbericht des Europäischen Rechnungshofes verdeutlicht.

Bei der Planung von öffentlichen Infrastrukturprojekten sind viele Punkte zu berücksichtigen und nur allzu oft ist vor allem der Faktor Geld ein ganz wichtiger Aspekt. Natürlich sind die öffentlichen Haushalte darin bestrebt, die Kosten so gering wie möglich zu halten. Dass dabei leider auch immer wieder Abstriche bei der Qualität der ausgeführten Arbeiten die Folge sind, zeigt sich aber eben auch.

Viele Projekte werden nur mit massiven Verspätungen fertiggestellt und verursachen dabei in der Regel auch noch höhere Kosten als zu Beginn überhaupt veranschlagt waren. Diese Situation ist nicht nur unbefriedigend, sondern auch besonders ineffektiv. Mit dem richtigen Herangehen könnten solche Fehler schon in der Planungsphase von Bauprojekten vermieden werden.

Betrachtet man die Entwicklung im europäischen Raum zeigt sich, dass von 24 europaweit untersuchten Projekten im Durchschnitt immer 23 Prozent über den Kostenkalkulationen lagen und die Fertigstellung mit einer Verzögerung von durchschnittlich gut neun Monaten erfolgte. Deutschland selbst sieht dabei auch nicht sonderlich gut aus, denn hier lag man etwa 26 Prozent über dem Kostenplan bei einer Verzögerung in der Fertigstellung von sieben Monaten.

Der Arbeitskreis Öffentlich Private Partnerschaften (AK ÖPP) im Hauptverband der Deutschen Bauindustrie ist sicher, dass eine partnerschaftliche Zusammenarbeit der an einem Bauprojekt beteiligten Parteien durchaus von Vorteil wären. Dadurch wären alle relevanten Schnittstellen stets im Austausch und ein reibungsloser Ablauf damit gesichert. Mögliche Modelle sieht der AK ÖPP in Partnering-Modellen oder auch Öffentlich-Privaten Partnerschaften.

Die Forderung des AK ÖPP ist nicht unbedingt neu, doch vielleicht gerade jetzt besonders erfolgreich. Denn inzwischen hat auch die Politik erkannt, dass insbesondere bei Großbauprojekten eine effizientere Planung unverzichtbar ist. Nur so wird man langfristig die Kosten optimieren und die Fertigstellzeiten reduzieren können. Am Ende ist niemanden gedient, wenn am Anfang die Kosten möglich gering gehalten werden, um sie am Ende völlig zu überziehen.

Einher mit der Forderung nach mehr Partnering-Modellen oder Öffentlich-Privaten Partnerschaften geht auch der Wunsch nach mehr Transparenz in den Vergabeverfahren selbst. Auch hier ist einiges an Verbesserungspotenzial vorhanden. Eine Lösung wäre beispielsweise eine Datenbank, die die Kosten öffentlicher Bauprojekte zur Verfügung stellt.

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