Urbanes Gebiet – Weg frei für verdichtetes Bauen

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Foto: Roland Riethmüller

Immer mehr Menschen ziehen in Großstädte und Ballungsgebiete. Der Lärmschutz verdrängt zusätzlich auch das Gewerbe. Daher hat sich die Bundesbauministerin für ein gemischt genutztes Wohnraum stark gemacht, der nun vom Bundesrat bewilligt wurde. Wenn die Bundesregierung die Bauplanungsrechtsnovelle beschließt, kann das verdichtete Bauen endlich umgesetzt werden. Durch höhere Lärmimmissionswerte können damit auch Handwerksbetriebe in dem Urbanen Gebiet angesiedelt werden.Experten sind sich einig: Die dramatische Wohnraumsituation in Großstädten und Ballungsgebieten lässt sich entweder durch eine flächenmäßige Ausdehnung der Stadtgebiete oder durch ein verdichtetes Bauen entschärfen. Beides ist nicht ohne weiteres möglich. Daher hat die Bundesbauministerin Barbara Hendricks sich für ein Novelle des Bauplanungsrechts stark gemacht.Verdichtetes Bauen und Dachaufstockung durch “Urbanes Gebiet”Ende letzter Woche hat nun der Bundesrat die von Hendricks veranlasste Novelle durchgewunken. Damit erhalten Städte und Gemeinden die nötige Flexibilität bei der Planung von innerstädtischen Quartieren mit gemischter Nutzung. Durch die neue Gebietskategorie “Urbanes Gebiet” werden endlich verdichtetes Bauen und Dachaufstockungen bei einer gleichzeitigen Durchmischung von Wohnen, Arbeit und Freizeit möglich.Im Urbanen Gebiet darf dichter und höher gebaut werden“Die Städte bekommen damit ein neues Instrument an die Hand, um dichter und höher zu bauen und das Miteinander von Wohnen und Arbeiten in den Innenstädten zu erleichtern. Wir folgen damit dem Leitbild einer Stadt mit kurzen Wegen, Arbeitsplätzen vor Ort und einer guten sozialen Mischung”, freut sich Hendricks über die rechtliche Voraussetzung für mehr bezahlbaren Wohnraum in Ballungsgebieten.Handwerk und Gewerbe muss nicht die Innenstadt verlassenAuch kleinere Gewerbebetriebe und das Handwerk profitieren von der Novelle. Denn um das Kleingewerbe nicht aus den Innenstädten zu verdrängen, sind in Urbanen Gebieten etwas höhere Lärmimmissionswerte möglich. So ist tagsüber eine Überschreitung von 3 dB (A), also maximal 63 dB zulässig. Nachts gelten mit 45 dB jedoch die gleichen Grenzwerte wie in Kern-, Dorf- und Mischgebieten. Die Bundesregierung muss darüber noch beschließen.Gleichzeitig hat der Bundesrat auch der neuen Sportanlagenlärmschutzverordnung zugestimmt, nach der es auch in den abendlichen Ruhezeiten oder am Wochenende etwas lauter zugehen darf. “Die dichter werdende Stadt soll nicht auf Kosten des Sports wachsen”, unterstreicht Hendricks. Ferner beschränkt die Bauplanungsrechtsnovelle auch die Möglichkeiten von Ferienwohnungen in Wohngebieten.

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