Wärmedämmglas schützt vor Energieverlust

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Bundesverband Flachglas

Solare Energiegewinne durch große Glasflächen sind angesichts ständig steigender Energiekosten eine echte Alternative zu hohen Nebenkostenabrechnungen. Gleichzeitig soll aber die im Frühjahr oder Herbst gewonnene Sonnenwärme nicht sofort wieder nach draußen verschwinden. Dafür sorgt ein ungleiches „Geschwisterpaar“: Der g-Wert lässt die Wärme in Haus oder Wohnung herein, der Ug-Wert hält sie fest.

Der g-Wert steht für das Wort „Gesamtenergie-Durchlassgrad“. „Je größer dieser Wert ist, desto mehr Sonnenwärme lässt das Glas ins Haus hinein“, erklärt Jochen Grönegräs, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes Flachglas (BF) in Troisdorf. Bei modernen Wärmedämmverglasungen liegt der g-Wert etwa zwischen 0,6 und 0,65. Das bedeutet, dass 60 bzw. 65 Prozent der Sonnenenergie hindurch dringt. Beim Ug-Wert, dem so genannten „Wärmedurchgangs-Koeffizienten“, wird genau andersherum gerechnet: Je kleiner dieser Wert ist, desto geringer ist der Wärmeverlust durch das Fensterglas und umso mehr Heizkosten lassen sich in der kalten Jahreszeit sparen. Bei modernem Wärmedämmglas liegt der Ug-Wert bei rund 1,1 Watt pro Quadratmeter Kelvin (W/m²K), bei Dreifach-Wärmedämmglas sogar bei rund 0,7 W/m²K. Zum Vergleich: Bei den bis in die 1970er Jahre üblichen Einfachverglasungen lag der Wert bei schlechten 5,8 W/m²K und bei vor 1995 verwendeten Zweischeiben-Isoliergläsern bei rund 3 W/m²K. „Die Einheit ‚W/m²K’ ist übrigens ein Maß für den Wärmestrom, der bei einer Temperaturdifferenz von einem Kelvin durch ein 1 Quadratmeter großes Bauteil fließt“, erklärt Jochen Grönegräs das physikalische „Fachchinesisch“.

Der Alleskönner, der hohe g-Werte und niedrige Ug-Werte in sich vereint, ist beschichtetes Wärmedämmglas. Es besteht aus zwei oder besser noch drei hintereinander liegenden Scheiben, zwischen denen sich ein oder mehrere mit Edelgas gefüllte Zwischenräume befinden. „Edelgase besitzen eine weitaus höhere Isolierwirkung aus Luft. Sie eignen sich deshalb besonders gut zur Wärmedämmung“, so Grönegräs. Außerdem sind auf den Glasoberflächen hauchdünne Beschichtungen als Edelmetallen aufgebracht. Diese liegen geschützt zwischen den Glasscheiben und sorgen dafür, dass langwellige Wärmestrahlen reflektiert, kurzwellige Strahlen dagegen hindurch gelassen werden.

Wärme drin, Kälte draußen

Diese Technologie bewirkt, dass in der kalten Jahreszeit die teure Heizenergie im Raum gehalten wird und die Kälte draußen bleibt. Gleichzeitig können die wärmenden Sonnenstrahlen bei tief stehender Sonne effektiv für eine Erwärmung der dahinter liegenden Räume genutzt werden. Das spart im Frühjahr und im Herbst zusätzlich hohe Heizkosten ein. Die besseren Verbrauchswerte machen sich außerdem bei Verkauf oder Vermietung positiv im Energieausweis bemerkbar und steigern den Wert der Immobilie erheblich. „Man sollte nur vermeiden, dass zuviel Sonnenenergie an heißen Sommertagen den Raumkomfort mindert. Das kann durch entsprechende Planung der Gebäudeausrichtung geschehen, durch Verschattung der Fenster mit passenden, außen liegenden Sonnenschutzsystemen, und eben auch durch die gezielte Auswahl von Fensterglas mit dem richtigen g-Wert“, erklärt der Glas-Experte.

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