Wenn die gute Idee verpufft – Meisterprämie wirkungslos

Wenn die gute Idee verpufft - Meisterprämie wirkungslos
Foto: Roland Riethmüller

Die Einführung der Meisterprämien sollte ein finanzieller Anreiz für eine abgeschlossene Meisterausbildung sein. Eingeführt wurde sie im Jahr 2013 mit der Absicht, die Ungleichheit zwischen beruflicher Ausbildung und universitärer Ausbildung abzuschaffen. Außerdem sollten die Anzahl der Meisterausbildungen erhöht werden. Nun wurde untersucht, ob das Ziel auch erreicht wurde. Leider steht nach der Auswertung der Daten fest, dass dies nicht der Fall war.

Der Staat finanziert in Deutschland die Universitäten mit rund 7.000 Euro je Student und das duale System an den Berufsschulen mit jeweils 3.200 Euro je Auszubildenden. Damit liegt die öffentliche Förderung der Gesamtkosten bei einem Studium bei 83 Prozent. Bei der Berufsausbildung liegt dieser Satz bei 46,2 Prozent und damit deutlich unter der Förderung der akademischen Ausbildung. Volkswirtschaftlich lässt sich diese Ungleichheit kaum begründen. Denn ist es mehr als fraglich, ob die positiven Effekte aller akademischen Fachrichtungen für die Gesellschaft tatsächlich höher ausfallen als bei einer Ausbildung zum beispielsweise Metallbauer, Dachdecker oder Elektriker.

Meisterprämie sollte die Attraktivität der Meisterausbildung steigern

Diese Diskrepanz wollten eine Reihe von Bundesländern mit einer im Jahr 2013 geschaffenen Prämie beseitigen. Sie wird nach dem erfolgreichen Abschluss einer Meisterprüfung gezahlt. In den Vergaberichtlinien von Bayern heißt es, dass die Prämie die Gleichwertigkeit von allgemeiner und beruflicher Bildung fördern solle. Außerdem sei es das Ziel, die Berufsausbildung attraktiver zu machen. Daraus ergibt sich nun die Frage, ob die Zahl der Meisterprüfungen nach der Einführung der Prämie tatsächlich gestiegen ist. Die Förderung besteht aktuell in Bayern aus 2.000 Euro, während in Niedersachsen 4.000 Euro gezahlt werden.

Anreize reichen nicht aus zur Steigerung der ausgebildeten Meister

In der Praxis sind diese Beträge jedoch offenbar zu gering, um einen entscheidenden Anreiz für eine Meisterausbildung zu geben. Das ist das Ergebnis einer neu erschienenen Studie des ifh Göttingen – Volkswirtschaftliches Institut für Mittelstand und Handwerk an der Universität Göttingen von Dr. Petrik Runst mit dem Namen “Evaluation der Wirksamkeit von Meisterprämien im Handwerk“. Demnach lassen eine Reihe von Spezifikationen darauf schließen, dass es aufgrund der Meisterprämien bisher nicht zu verstärkten Meisterausbildungen im Handwerk gekommen ist. Das trifft auf regionale Vergleiche zu, aber auch auf einzelne Gewerke. Daraus könnte abgeleitet werden, dass die Prämie in dieser geringen Höhe nicht ausreicht, um eine Steigerung der Absolventenzahlen zu erreichen. Doch die Prämie sollte jedoch dem Ziel dienen, eine stärkere finanzielle Gleichbehandlung zwischen einer Ausbildung und dem Studium zu erreichen. Aber auch trotz einer Prämie in doppelter Höhe wie in Niedersachsen konnte keine positive Wirkung der Meisterprämie festgestellt werden.

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