Zeiterfassung & Maschinenparkverwaltung – Barcode-Scanner auf Baustellen

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Foto: Roland Riethmüller

In den ersten drei Monaten des Jahres 2016 haben deutsche Banken mehr als 15,4 Milliarden Euro an private Haushalte für den Wohnungsbau neu verhandelt und ausgegeben. Diese Zahl stammt aus den Statistiken der Deutschen Bundesbank. Letztere führt unter anderem Buch über die Baufinanzierungen der Privathaushalte. Werden die Kredite an nichtfinanzielle Kapitalgesellschaften hinzugerechnet, steigt das in den Bausektor fließende Kapital noch einmal deutlich an. Baubetriebe freuen sich vor dem Hintergrund dieser Entwicklung über volle Auftragsbücher.

Wo lässt sich diese Tatsache besser beobachten als in der Baubranche? Wer sich die Mühe macht und den Auftragsbestand je Beschäftigten anschaut, stellt Überraschendes fest. 2016 war in den vergangenen 20 Jahren das bislang mit Abstand beste Kalenderjahr – laut Hauptverband der Deutschen Bauindustrie e.V. Realisieren lässt sich die Zahl an Aufträgen aber nur, wenn Organisation im Vorfeld und vor Ort stimmen. Gerade im Zusammenhang mit größeren Projekten ein Kraftakt, der Bauleiter – und alle Personen mit entsprechenden Aufgaben – vor Herausforderungen stellt. Wie lassen sich die Probleme bewältigen? Warum bieten gerade Barcode-Scanner Potenzial?

Wie funktioniert der Einsatz von Barcode-Scannern genau?

Das Barcode-System beruht – in seiner ursprünglichen Form – auf der aus parallelen Balken unterschiedlicher Dicke bestehenden Signatur. Dieser Code enthält bestimmte Informationen, welche sich mithilfe eines Scanners auslesen lassen.

Diese Form kennt jeder Verbraucher aus dem Supermarkt – in Form des EAN-Codes. Für die einzelnen Strichcodes existieren feste Standards, die beispielsweise in der Norm ISO/IEC 15420 festgehalten sind. In den letzten Jahren ist ein besonderer Barcode hinzugekommen. Die Rede ist vom sogenannten QR-Code.

Dieser basiert nicht mehr auf dem eindimensionalen Strichcode. QR-Codes verschlüsseln die Information in der Fläche, werden dennoch den (2D) Barcodes zugerechnet. In der Praxis können die verschiedenen Barcodes – durch den Einsatz entsprechender Drucktechniken – auch auf für den Allwettergebrauch zugelassenen Etiketten gedruckt werden. In diesem Zusammenhang ist der Einsatz auf der Baustelle für verschiedene Zwecke denkbar.

Zeiterfassung: Auf der Baustelle Personal verwalten

Eine Herausforderung für Baubetriebe bzw. den mit der Leitung vor Ort betrauten Polier/Baustellenleiter ist die korrekte Zeiterfassung der von einzelnen Beschäftigten geleisteten Arbeitsstunden. In diesem Zusammen zeigen Barcodes/QR-Codes ihr Potenzial. Einfach auf den Betriebsausweis aufgedruckt, lässt sich der Code mit dem Scanner einlesen – und der Mitarbeiter wird im System erfasst.

Diese Funktion wirkt in beide Richtungen. Beschäftigte melden sich mit ihrer Ankunft auf der Baustelle an – und können sich über den Barcode abmelden. Als QR-Code ist heute kein separater Scanner mehr nötig. Es reicht, die Kamera des Smartphone zu benutzen. Diese Funktion in der Zeiterfassung lässt sich zudem mit RFID-Techniken koppeln, um den Aufwand vor Ort zu reduzieren.

Der Vorteil: Durch die Vernetzung zwischen Scanner/App werden die Daten in Echtzeit in die betriebliche Zeiterfassung übertragen und sind in Echtzeit darstellbar – in der Zentrale und über die IT des Baustellenleiters vor Ort.

Vorteile Barcode mobile Zeiterfassung:

  • Anmeldung in Zeiterfassung der Zentrale entfällt
  • in Echtzeit darstellbar
  • über QR-Code mit Smartphone darstellbar

Maschinenparkmanagement 2.0 mit Barcode-Scanner

Was mit einzelnen Mitarbeitern funktioniert, lässt sich natürlich auch auf den Fuhrpark und die Baumaschinen ausdehnen. Heute sind durch geeignete Druckverfahren sehr widerstandsfähige Etiketten möglich. Letztere lassen sich an Baufahrzeugen anbringen – sprich:

  • Bagger
  • Radlader
  • Teleskoplader
  • Hebebühnen usw.

Mithilfe der Codes und dem Lesegerät werden die entsprechenden Baumaschinen bei ihrer Ankunft auf die Baustelle eingebucht – und in Echtzeit in der zentralen Fuhrparkverwaltung registriert.

Über die Kombination aus Scanner und Software lassen sich einzelne Gerätschaften aber auch als in der Instandhaltung oder defekt markieren – und wann die Geräte wieder zur Verfügung stehen. Auf diese Weise wird für jeden Mitarbeiter sofort klar, welche Baumaschinen wann als betriebsbereit im Bestand zur Verfügung stehen. Über diese Form der IT-gestützten Verwaltung lässt sich nicht nur die Position einzelner Fahrzeuge ermitteln. Auch Wartungs- und Instandhaltungsintervalle sind mit sehr geringen Ausfallzeiten möglich.

Weitere Tipps zur Verbesserungen der Organisation auf dem Bau

Auch wenn es auf den ersten Blick vielleicht nicht den Anschein hat: Gerade auf Baustellen etwas größerer Dimension ist es für die Bauleitung unerläßlich, immer einen Überblick zum Personal vor Ort und den Maschinenparks zu haben. Dieser hohe Organisationsgrad lässt sich mithilfe der modernen IT – und den Barcodes – sicherstellen.

Die Technik kann im Zusammenhang mit der Organisation und Planung aber noch mehr. Platz für Material, das erst in ein paar Tagen oder vielleicht sogar Wochen gebraucht wird, ist auf jeder Baustelle Mangelware. Trotzdem müssen immer ausreichend Baustoffe vor Ort sein, damit ein reibungsloser Baufortschritt möglich ist. Softwaregestützt lässt sich der Materialbedarf auf den Einbautag genau festlegen.

In Kombination mit Geofencing und Kolonnen-Management weiß die Bauleitung nicht nur genau, wenn bestimmte Materialien das Werk verlassen haben – und vor Ort eintreffen sollten. Dank der modernen IT auf der Baustelle steht zum richtigen Zeitpunkt auch Personal – wie ein Fahrer des Teleskopladers – auf der Baustelle zur Verfügung. Die Voraussetzung ist natürlich eine entsprechende Vernetzung der Bauleitung.

Fazit: Mit moderner IT die Baustelle organisieren

Häuslebauer wissen, wie viel Aufwand und Organisation im Projekt Eigenheim steckt. Wie muss der Aufwand aussehen, wen ein neuer Gewerbekomplex entsteht? Baugroßprojekte sind für alle Beteiligten eine Herausforderung. Und bis vor wenigen Jahren ging auf dem Bau nichts ohne Baupläne, Stift und Papier. Die letzten beiden Aspekte rücken – zumindest bei Aspekten wie Zeiterfassung oder Maschinenpark – aktuell mehr und mehr in den Hintergrund. Moderne IT kann, in Kombination mit Barcodes und den entsprechenden Scannern, hier heute viel zur Organisation und Verwaltung einer Baustelle beitragen. Dank der Technik melden sich Beschäftigte in der mobilen Zeiterfassung an, werden Baufahrzeuge vor Ort erfasst oder wichtige Lieferscheindaten für Material ausgelesen. Parallel setzt sich IT auch in der taggenauen Planung des Baufortschritts immer mehr durch. Dies eröffnet viele weitere Möglichkeiten.

Weitere Informationen:
Aktuelle Statistiken der Bundesbank zum Wohnungsbau
Baudaten des Hauptverbands der Deutsche Bauindustrie zu Baukonjunktur und Auftragsbestand
Zurechnung von QR-Codes zu 2D-Barcodes

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