Der deutsche Solarmarkt erlebt einen beispiellosen Aufschwung. So wurden im letzten Jahr mehr Photovoltaik-Anlagen installiert als je zuvor. Eine kürzlich durchgeführte Umfrage verzeichnet einen beeindruckenden Anstieg der Solaranlagen-Installationen um 85 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Getrieben von hohen Strompreisen und attraktiven Förderungen, erwägen mittlerweile über 1,5 Millionen Eigenheimbesitzer den Schritt zur Solarenergie. Dieser Trend spiegelt sich in einer beeindruckenden Leistungszunahme und einem wachsenden Interesse an Balkonkraftwerken wider.
Der Markt für Solaranlagen boomt. Laut einer aktuellen Umfrage des Bundesverbands Solarwirtschaft (BSW) stieg die Installation gegenüber dem Vorjahr um 85 Prozent. Aus den Daten der Bundesnetzagentur wird deutlich, dass allein damit Solarstromsysteme mit einer Spitzenleistung von rund 14 Gigawatt neu installiert wurden. Das ergibt eine Steigerung gegenüber dem Vorjahr um 85 Prozent. Für das Jahr 2024 wird mit einem weiteren Anstieg gerechnet. So planen laut einer repräsentativen YouGov-Befragung im Auftrag des BSW in den nächsten zwölf Monaten rund 1,5 Millionen private Eigenheim-Besitzer die Installation einer Photovoltaik-Anlage. Die Gründe dafür sind die gestiegenen Strompreise und die attraktiven Fördermittel. Die Umfrage ergab ferner, dass auch 69 Prozent der Eigentümer von Wohnimmobilien überlegen, eine Photovoltaik-Anlage auf dem Dach zu errichten. 16 Prozent davon wollen sogar schon in den nächsten zwölf Monaten aktiv werden.
Solarboom hält nur an, wenn Bürokratie gesenkt wird
Photovoltaik deckt aktuell mit circa 3,7 Millionen Photovoltaik-Systemen zwölf Prozent des deutschen Stromverbrauchs. Das entspricht einer Stromleistung von 62 Milliarden Kilowattstunden im vergangenen Jahr. „Für 2024 erwarten wir einen anhaltenden Solarboom“, erklärt BSW-Hauptgeschäftsführer Carsten Körnig optimistisch. „Als Solarwirtschaft werden wir weiterhin unseren Beitrag zum Klimaschutz leisten und die Regierungsziele bei der Photovoltaik einlösen.“ Für eine weitere Steigerung sei jedoch ein weiterer Bürokratieabbau notwendig. „Weitere Maßnahmen zur Verfahrensbeschleunigung sind erforderlich, um die Strom- und Wärmenetze schneller zu ertüchtigen, mit noch höheren Solaranteilen zu speisen und diese mit Hilfe größerer Speicherkapazitäten jederzeit verfügbar zu machen“, so Körnig
Besonders hoher Anstieg von Photovoltaik-Anlagen im Heimsegment
Interessant ist vor allem auch, wo genau die höchsten Anstiege zu spüren waren. So konnte laut den Daten der Bundesnetzagentur das Heimsegment einen besonders hohen Anstieg von 135 Prozent verzeichnen. Das entspricht mit rund sieben Gigawatt der Hälfte der im letzten Jahr neu installierten Stromleistung aus Photovoltaik. 31 Prozent der neu installierten Solaranlagen wurde in Solarparks realisiert. Das ist gegenüber dem Jahr 2022 ein Plus von 40 Prozent. Auch die Solaranlagen auf Gewerbedächern sind im letzten Jahr deutlich gestiegen. Zwar macht die neu installierte Kraftwerksleistung nur 18 Prozent aus, doch betrug der Anstieg gegenüber dem Jahr 2022 rund 75 Prozent.
Große Hoffnung liegt auf Balkonkraftwerken
Besonders erfreulich ist auch, dass sich immer mehr Mieter für eine preiswerte Solartechnik in Form der Steckersolargeräte entscheiden. Rund 270.000 solcher Balkonkraftwerke wurden im vergangenen Jahr neu in Betrieb genommen. Dies ist eine Vervierfachung gegenüber dem Jahr 2022. Allerdings macht dies aufgrund der geringen spezifischen Leistung gegenüber den neuen Photovoltaik-Anlagen nur zwei Prozent aus. Das Ziel der Bundesregierung ist, den Mietern mithilfe des Solarpakets I den Zugang zu billigem Solarstrom zu erleichtern. Das soll mit einer bürokratiearmen „gemeinschaftlichen Gebäudeversorgung“ geschehen. Denn durch den Einbau von Solarenergie können private Haushalte die Energiekosten deutlich senken.

















