Bezahlbarer Wohnraum: Holzmodulbausystem Eco-Box als Lösung

Foto: Strabag

Die Entwicklung von bezahlbarem und gleichzeitig klimafreundlichem Wohnraum ist eines der größten Herausforderungen unserer Zeit. Mit dem neuen Holzmodulbausystem „Eco-Box“ beabsichtigt das Bauunternehmen Züblin gemeinsam mit der Hochschule für Technik Stuttgart gegen die aktuelle Wohnungsnot anzukämpfen. Aus vorgefertigten Wohnmodulen entstehen Gebäude, die helfen, den Gebäudebestand klimaneutral zu gestalten. Die Politik lobt das enorme Potenzial vom Holzmodulbau, der bis zu 50 Prozent der Treibhausgasemissionen einsparen kann.

In einem gemeinsamen Projekt hat das Bauunternehmen Züblin und die Hochschule für Technik in Stuttgart (HFT Stuttgart) das Holzmodulbausystem „Eco-Box“ entwickelt. Das Ziel besteht darin, mit dem Holzmodulbausystem bezahlbaren mehrgeschossigen Wohnungsbau zu ermöglichen. Das Bundeslandwirtschaftsministerium stellt dafür 718.000 Euro Fördermittel bereit. Mit diesem Holzbausystem soll der Gebäudebestand bis zum Jahr 2050 klimaneutral gestaltet werden. „Deutschlandweit gibt es einen enormen Bedarf an bezahlbarem Wohnraum, gleichzeitig müssen wir nachhaltiger und klimafreundlicher bauen“, betont Bundesminister Cem Özdemir während der Übergabe des Förderbescheids. „Ein enormes Potenzial steckt im Holzmodulbau, mit dem sich schnell und preiswert attraktive Wohnungen bauen lassen.“ Darüber hinaus lasse sich mit Holzbau bis zu 50 Prozent der Treibhausgasemissionen einsparen. Gleichzeitig profitieren auch die ländlichen Regionen, denn dadurch entstehen neue Arbeitsplätze.

Mehr Nachhaltigkeit durch das Holzmodulbausystem

Das Bauen mit vorgefertigten Teilen wird auch als Modulbauweise bezeichnet. Bisher betraf die Vorfertigung am Bau überwiegend Decken, Stützen oder Wände. In der Werkshalle können aber auch vorgefertigte Räume produziert werden. Anschließend werden sie dann zur Baustelle transportiert. Im Rahmen des Projekts „Eco-Box“ wird das Bauen mit Holzhybrid-Raummodulen umgesetzt. Die eigentliche Innovation des Baukasten-Prinzips besteht in der Trennung des Modulsystems in ein Primär- und ein Sekundärtragwerk. Das Primärtragewerk ist der Rahmen aus Stahlbeton und das Sekundärtragwerk die „Eco-Boxen“. Diese werden in ein Regalsystem geschoben, statt aufeinander gestapelt zu werden. Einzeln können daraus mit dem Holzmodulbausystem kleine Appartements und kombiniert größere Wohn- und Büroeinheiten geschaffen werden. 

Bauen als gesellschaftliche Herausforderung

„Genau diese Innovationen brauchen wir, um die zentralen Herausforderungen unserer Welt vor dem Hintergrund der Megatrends bis 2050 zu meistern“, erklärt HFT-Rektorin Katja Rade. Denn einerseits steigen die Temperaturen, andererseits erhöht sich die Weltbevölkerung und zudem wächst auch der Anteil der Menschen, die im urbanen Räumen leben. „Die Hochschule für Technik Stuttgart ist stolz darauf, gemeinsam mit Züblin Lösungen für diese Herausforderungen zu erarbeiten und zum Wohle der Welt umsetzen zu dürfen.“ Denn es ist mehr als notwendig, nachhaltig zu bauen und zu sanieren. Das Holzmodulbausystem kann den Wohnungsbau beschleunigen. Dadurch kann attraktiver und preiswerter Wohnraum geschaffen werden. Außerdem sorgt das Holzmodulbausystem für Zeitersparnis und spart Kosten.

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