Die Energie- und Wärmewende erfordert nicht nur den massiven Ausbau erneuerbarer Energien, sondern auch eine Neuausrichtung der handwerklichen Berufe. Denn um die ambitionierten Klimasziele zu erreichen, sind gut ausgebildete Fachkräfte unverzichtbar. Dabei sind zunehmend gewerkeübergreifende Kompetenzen gefragt, da die moderne Gebäudetechnik immer komplexer wird. Besonders SHK-Fachkräfte müssen sich in Elektrotechnik, Kältetechnik und Energiemanagement auskennen. Zudem steigen die Anforderungen an Handwerksbetriebe und Kunden.
Die Ziele zur Erreichung der Klimaneutralität sind gesetzt und müssen nun umgesetzt werden. Gleichzeitig wird die Energie- und Wärmewende das Bauhandwerk nachhaltig verändern. Denn die Zeiten der strikten Trennung handwerklicher Tätigkeiten sind vorbei, erklärt David Koptik, Spezialist und Trainer für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik an der Bildungsakademie der Handwerkskammer Region Stuttgart. Während früher Heizungsinstallateure, Elektriker und Dachdecker weitgehend unabhängig voneinander arbeiteten, müssen sie heute gewerkeübergreifende Kompetenzen entwickeln. Eine Wärmepumpe etwa erfordert nicht nur den hydraulischen Anschluss, sondern auch Kenntnisse in der Elektrotechnik und Kältetechnik. Zudem spielen bauphysikalische Aspekte wie die Wärmeleitfähigkeit von Fenstern und Wänden eine entscheidende Rolle für die Effizienz der Systeme.
Gewerkeübergreifendes Denken als Schlüssel
Um den steigenden Anforderungen gerecht zu werden, müssen SHK-Fachkräfte über den eigenen Fachbereich hinausdenken. Neben fundierten Kenntnissen in Heizungstechnik sind Wissen über regenerative Energien, Wärmedämmung, Energiemanagement und gesetzliche Rahmenbedingungen erforderlich. Herstellerkurse und betriebliche Kooperationen reichen oft nicht aus, um die erforderliche Expertise zu vermitteln. Fachkräfte mit breitem, berufsübergreifendem Wissen sind gefragter denn je. Nur durch gezielte Qualifikation und enge Zusammenarbeit zwischen den Gewerken kann die Branche die steigenden Anforderungen bewältigen und ihren Beitrag zur Klimaneutralität leisten.
Gezielte Weiterbildung als Antwort auf den Fachkräftemangel
Um dem wachsenden Bedarf an qualifizierten Fachkräften gerecht zu werden, bietet die Bildungsakademie die Weiterbildung „SHK-Expert/in für Nachhaltige Gebäudetechnik“ an. Dieses Angebot soll es Anlagenmechanikern ermöglichen, sich gezielt auf moderne Gebäudesysteme und energieeffiziente Technologien vorzubereiten. Auch das Elektrohandwerk hat bereits mit speziellen Schulungen reagiert, um seine Fachkräfte für die Herausforderungen der Zukunft zu rüsten.
Komplexere Leistungen und steigende Angebotskosten im Handwerk
Während sich für Kunden im Umgang mit Handwerksbetrieben wenig verändert hat, nimmt die Komplexität der angebotenen Leistungen stetig zu. Die Erstellung von Angeboten erfordert umfangreiche Datenanalysen und Fachwissen, weshalb viele Betriebe mittlerweile Kosten für Angebotsstellungen berechnen. Wer eine Sanierung oder eine neue Heizungsanlage plant, sollte weiterhin auf etablierte Fachbetriebe setzen, mehrere Angebote vergleichen und insbesondere auf die Qualität der Beratung achten.


















„Leben ohne Barrieren“ zertifiziert mit dem Institut für Barrierefreiheit (ifb) seit über 20 Jahren Handwerksbetriebe zu Fachbetrieben für barrierefreies Bauen und Gestalten. Besonders in diesem zukunftsorientierten Bereich ist gewerkübergreifendes Handeln von großer Bedeutung. „Damit der Tischler weiß, wovon der Sanitärinstallateur redet, sind gewerkübergreifende Kenntnisse unerlässlich“.