Der Abwärtstrend bei Installationen von Photovoltaik setzt sich nach massiven Rückgängen im Jahr 2024 auch im laufenden Jahr fort. Das betrifft besonders das Segment der Einfamilienhäuser. Damit gerät ein zentrales Element der Energiewende ins Stocken. Branchenvertreter warnen vor gefährlichen Folgen für Ausbaukapazitäten, Investitionen und Fachkräfte. Ohne stabile politische Rahmenbedingungen droht dem PV-Sektor ein Szenario ähnlich dem Markteinbruch im Jahr 2012.
Der Rückgang bei Photovoltaik-Installationen verschärft sich weiter und sorgt in der Bau- und Elektrobranche für zunehmende Unruhe. Nach einem bereits deutlichen Einbruch im Jahr 2024 zeigen nun auch die aktuellen Daten für das laufende Jahr 2025 einen fortgesetzten Rücklauf. Die Entwicklung trifft einen zentralen Baustein der Energiewende und droht, den Ausbau erneuerbarer Energien auszubremsen. Das hätte potenziell gravierenden Folgen für Installationsbetriebe, Planer und Bauwirtschaft. Denn bereits im vergangenen Jahr 2024 war die Zahl der installierten Photovoltaikanlagen im e-handwerklichen Bereich um 27,3 Prozent auf rund 400.000 Anlagen eingebrochen. Gleichzeitig sank die installierte Leistung von 7,09 auf 5,84 Gigawatt. Auch der gesamtdeutsche Markt zeigte ein klares Minus: Laut Marktstammdatenregister ging die Zahl der neuen Dach- und Fassadenanlagen um 16 Prozent zurück. Die aktuelle Auswertung des Bundesverbandes Solarwirtschaft (BSW) bestätigt indessen, dass sich diese Abwärtsbewegung in diesem Jahr fortsetzt. Besonders ausgeprägt ist diese Entwicklung im Segment der Einfamilienhäuser, wo rund 28 Prozent weniger Anlagen errichtet wurden.
Energiewende sendet Warnsignale für den Bau- und Ausbaubereich
Die Entwicklung widerspricht dem politischen Ziel, private Haushalte stärker in die Eigenversorgung einzubinden. Der Zentralverband der Deutschen Elektro- und Informationstechnischen Handwerke (ZVEH) sieht die Ursache auch in politischen Weichenstellungen. ZVEH-Hauptgeschäftsführer Alexander Neuhäuser verweist darauf, dass „die Relativierung der Energiewende den Markt beschädigt.“ Er warnt vor zusätzlichen Belastungen für den Ausbau von Photovoltaik, sollten weitere Maßnahmen aus dem Bundeswirtschaftsministerium folgen – etwa ein Stopp der Einspeisevergütung für kleine Anlagen oder zusätzliche Regulierungen. Denn solche Eingriffe könnten nicht nur den Markt bremsen, sondern auch einschneidende Folgen für Installationsbetriebe haben. Bereits heute zeigt sich eine Verunsicherung entlang der gesamten Wertschöpfungskette: von Herstellern über Großhandel und Handwerk bis hin zu Bauunternehmen, die PV-Anlagen zunehmend in ihre Projekte integrieren. Der ZVEH hebt hervor: „Solarenergie ist ein wichtiger Baustein der dezentralen Energieversorgung und damit der Energiewende. Es gilt also, die Zahl der PV-Anlagen weiter zu steigern und mehr Menschen davon zu überzeugen, künftig in solche Erneuerbare-Anlagen zu investieren.“
Photovoltaik beinhaltet Risiko für Fachkräfte und Ausbaukapazitäten
Die Branche erinnert sich an das Jahr 2012, als politische Eingriffe zu einem abrupten Markteinbruch führten. „Wenn sich die Rückgänge verfestigen, werden sich auch die Installationsbetriebe auf andere Geschäftsfelder verlegen“, warnt Neuhäuser. „Soll dann der PV-Sektor irgendwann wieder hochgefahren werden, fehlt es an Fachkräften.“ Damit wird deutlich, dass die derzeitige Entwicklung weit über konjunkturelle Schwankungen hinausgeht. Für die Bauwirtschaft, die zunehmend auf integrierte Energie- und Gebäudetechnik setzt, könnte ein langfristiger Fachkräftemangel den Ausbaupfad erheblich beeinträchtigen. Entscheidend wird sein, ob die Politik klare und verlässliche Rahmenbedingungen schafft. Ohne dieses Signal droht der PV-Hochlauf ins Stocken zu geraten – mit spürbaren Auswirkungen auf Investitionen, Bauprojekte und die Energiewende insgesamt.

















