Unsere Gesellschaft wird immer älter, und zu wenige Junge kommen nach. Einige Wirtschaftszweige haben diese Entwicklung durchaus erkannt und für sich sinnvoll genutzt. Die Bauwirtschaft würde auch entsprechend auf die Situation reagieren wollen, wird aber in gewisser Hinsicht durch die Politik eingebremst. Durch das Wegfallen der Förderung zum altersgerechten Umbau fehlt oftmals die Motivation zu solchen Maßnahmen und der Baubranche damit ein gewisser Teil des Umsatzes.
Dass die Menschen in Deutschland immer älter werden, ist längst bekannt. Schließlich wird der demografische Wandel immer wieder thematisiert. Dennoch hält es die Politik offenbar nicht für nötig, finanzielle Mittel für mögliche Förderungen zum altersgerechten Umbau zur Verfügung zu stellen. Anlässlich der Beratungen zum Bundeshaushalt 2013 fordert das Deutsche Baugewerbe daher, einen Etat von mindestens 80 Mio. Euro einzuplanen.
Bereits im letzten Jahr wurden keinerlei Mittel zur Förderung vom altersgerechten Umbau bereitgestellt, was in Anbetracht der Situation sehr unbefriedigend ist. Felix Pakleppa, Hauptgeschäftsführer des Zentralverbandes des Deutschen Baugewerbes (ZDB), sagt dazu: „Dass nur 3 % der 39 Mio. Wohneinheiten in Deutschland einem altersgerechten Standard entsprechen, ist allseits bekannt. Ebenso bekannt ist, dass unsere Gesellschaft altert, dass die Zahl der älteren Menschen eklatant ansteigen wird. Wir verstehen nicht, dass die Politik derart blauäugig ist und im Haushaltsentwurf 2013 erneut keine Mittel für das überaus erfolgreiche Programm zum altersgerechten Umbau von Bestandswohnungen zur Verfügung stellt, nachdem sie bereits im vergangenen Jahr den entsprechenden Haushaltstitel auf Null gesetzt hatte.“
Wie erfolgreich eine solche Förderung zum altersgerechten Umbau für alle wäre, zeigt auch die Untersuchung „Wohnen im Alter“ des Bundesministeriums für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung aus dem Jahr 2011. Aus ihr geht klar hervor, dass ein kurzfristiger Mehrbedarf von 2,5 Millionen altersgerechten und barrierefreien Wohnungen vorhanden sein wird, bis zum Jahr 2030 sogar bis zu drei Millionen. Eine Förderung macht also durchaus Sinn.
Der ZDB steht mit seiner Forderung nicht allein da. Auch die CDU/CSU-Bundesfraktion macht sich in ihrem Positionspapier zur demografischen Entwicklung in Deutschland vom 25. September 2012 stark für eine erneute Förderung des altersgerechten Umbaus.

















