Die Ankündigung der Beibehaltung der Dividende bei massivem Stellenabbau in Deutschlands einzig verbliebenem Baukonzern Bilfinger stößt auf erheblichen Widerstand bei der Gewerkschaft IG BAU. Der stellvertretende Bundesvorsitzende Dietmar Schäfers fordert Bilfinger-Chef Roland Koch auf, auch die Aktionäre an der Zukunftssicherung zu beteiligen. Gerade in Zeiten des Fachkräftemangels sei dies eine Unternehmensführung von gestern.
Vergangene Woche kündigte der Chef vom Baukonzern Bilfinger SE, Roland Koch, einen massiven Stellenabbau im Unternehmen an ohne jedoch die Dividende der Aktionäre anzupassen. Dietmar Schäfers, stellvertretende Bundesvorsitzende der Industriegewerkschaft Bau-Agrar-Umwelt (IG BAU), zeigte sich schockiert und sprach von einer Gewinnmaximierung auf dem Rücken der Arbeitnehmer. „Die Aussage von Roland Koch ist inakzeptabel, zynisch und unanständig. Koch spricht von einem erheblichen Personalabbau bei Bilfinger, aber beruhigt die Shareholder mit gleichbleibender, hoher Dividende (drei Euro pro Aktie).“ Schäfers fordert den ehemaligen hessischen CDU-Ministerpräsidenten auf, die Last gerecht zu verteilen und so Arbeitsplätze zu sichern. Gleichzeitig müssten die Aktionäre auf einen Teil der Dividente verzichten, um ebenfalls langfristig die Zukunft zu sichern.
Was laut Schäfers offenbar zur Beruhigung der Börsenspekulanten dienen sollte, hat in Zeiten des Fachkräftemangels keine Wirkung mehr. „Das Schielen auf den Aktienkurs im Minutentakt kann nicht zum Maßstab einer verantwortungsvollen Unternehmenspolitik gemacht werden“, erklärt Schäfers.

















