In den Städten Europas fehlen nicht nur Wohnungen, sondern auch Gewerbeimmobilien sind Mangelware. Um Arbeitsplätze in den Städten zu schaffen, muss auch der Bau gewerblicher Immobilien angekurbelt werden. Es reicht nicht mehr aus, dass die Menschen nur ein Dach über dem Kopf haben. Es fehlen auch Arztpraxen, Supermärkte, Schulen und Krankenhäuser. Das ist das Ergebnis einer aktuellen Studie zum europäischen Wirtschaftsbau.
Aktuelle Berechnungen vom Kölner Institut der deutschen Wirtschaft (IW Köln) haben ergeben, dass seit dem Jahr 2000 die Zahl der Bürobeschäftigten in Europa um 21 Prozent gestiegen ist. Insgesamt arbeiten demnach 72 Millionen Menschen in Büros. Das macht einen Anteil aller EU-Beschäftigten von 31 Prozent aus. Belgien liegt mit 42 Prozent Büroarbeitsplätzen an erster Stelle. Die wenigsten Büroarbeitsplätze gibt es in Rumänien. Hier liegt der Anteil bei 17 Prozent. Deutschland liegt mit 13 Millionen Menschen knapp unter dem europäischen Durchschnitt. Um Arbeitsplätze in den Städten zu schaffen, muss jedoch dringend in die Infrastruktur investiert werden. Außerdem müssen Bauflächen für Wirtschaftsimmobilien bereitgestellt werden. Seit der Wirtschaftskrise im Jahr 2007 sind die Investitionen in den Gewerbebau um 14 Prozent zurückgegangen. Rund 713 Milliarden Euro sind fast nur noch in den gewerblichen Hoch- und Tiefbau geflossen. So könnten laut dem IW-Immobilienexperten Michael Voigtländer die Politik alleine die Investitionen für die Infrastruktur nicht mehr alleine stemmen. Die Finanzierungslücken könnten nur durch eine Kooperation von Staat und privaten Anlegern geschlossen werden.
Die Lage wird in deutschen Städten schwieriger werden
In deutschen Städten wird die Lage noch schlimmer werden. Besonders betroffen sind München, Berlin und Frankfurt am Main. Hier haben sich viele Unternehmungsberatungen und IT-Dienstleister angesiedelt, die den Bürobedarf haben ansteigen lassen. Deshalb sei es wichtig, nicht nur neue Wohnungen zu schaffen. Vielmehr müssten neue Verkehrswege geschaffen und Gewerbeimmobilien gebaut werden, erklärt IW-Immobilienexperte Pekka Sagner. Die EU-Mitgliedstaaten seien nun gefordert. Es müsse Geld für die Flächen- und Infrastruktur besorgt werden. Ansonsten wäre das wirtschaftliche Wohlergehen der Städte und ihrer Bürger in Europa gefährdet. Denn Geschäftsgebäude sind derzeit Mangelware. Das bedroht gleichzeitig das Wirtschaftswachstum in Europa. Die Staaten der EU sind in der Pflicht, für eine gute Infrastruktur und für mehr Bauflächen zu sorgen. Nur durch mehr Investitionen in den Wirtschaftsbau kann die Situation bereinigt werden.

















