Anhebung Minijob-Lohngrenze fördert Missbrauch

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Foto: berggeist007 / pixelio.de

Auch wenn es der deutschen Wirtschaft gegenüber anderen Nationen nicht ganz so schlecht geht, so sind die goldenen Jahre dennoch vorbei. In den letzten Jahren wird die Wirtschaft immer wieder von Einbrüchen erschüttert. Gerade Beschäftigte bekommen dies immer häufiger zu spüren. Die Diskussion um eine Anhebung der Minijob-Lohngrenze erhitzt deshalb die Gemüter umso mehr. Die IG BAU spricht sich ganz klar gegen eine solche Erhöhung aus.

Gerade junge Arbeitnehmer würden sich manchmal wünschen, Arbeitsverhältnisse zu finden, wie sie ihre Eltern haben. Die Zeiten von jahrzehntelanger Beschäftigung im gleichen Unternehmen sind immer öfter gezählt. Vielmehr muss man heute flexibel sein und kann sich seines Arbeitsplatzes nie ganz sicher sein. Leider bringt diese Entwicklung allzu oft auch eine Vielzahl von Leiharbeitern und Minijobbern mit sich. Für die Unternehmen liegen die Vorteile dabei klar auf der Hand. In wirtschaftlich schlechten Zeiten können sie sich besonders einfach von Leiharbeitern und Minijobern trennen, was ihnen eine gewisse Entlastung beschert.

Die Politik beschäftigt sich nun aktuell gerade mit dem Thema, die Minijob-Lohngrenze von 400 Euro auf 450 Euro anzuheben. Die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar- Umwelt (IG BAU) spricht sich jedoch ganz klar gegen diese Pläne aus. Ihrer Ansicht nach ist eine solche Erhöhung kontraproduktiv und führe in die falsche Richtung. Die IG BAU ist sich sicher, dass mit einer solchen Anhebung nur noch mehr Minijobs vergeben werden und die Chancen auf eine langfristige Beschäftigung für geringfügig Beschäftigte weiter sinken werden. Dabei ist doch gerade das der Wunsch so vieler Minijobber.

Natürlich haben Unternehmen einen gewissen Nutzen, wenn sie Beschäftigte im Rahmen eines Minijobs einstellen. Doch für die Minijobber selbst bedeutet ein solches Arbeitsverhältnis immer auch ein Fehlen an Kranken-, Pflege-, Arbeitslosen- und Rentenversicherungsanspruch. Die Erfahrung hat leider gezeigt, dass Minijobber die sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten oftmals in Unternehmen verdrängen.  Die Hoffnung der geringfügig Beschäftigten, dadurch selbst eine offene Tür im Unternehmen zu finden und sozialversicherungspflichtig beschäftigt zu werden, ist dagegen eine Illusion. Vielmehr nutzen viele Unternehmen geringfügig Beschäftigte als billige Arbeitskräfte, für die keinerlei Sozialversicherungsbeiträge abgeführt werden müssen.

Die IG BAU fordert daher eine Reform, die dazu beitragen soll, dass geringfügig Beschäftigte zukünftig bereits ab dem ersten Euro Sozialversicherungsschutz genießen.  Für die IG BAU steht die Besserstellung von geringfügig Beschäftigten im Vordergrund. Mit einer Anhebung der Minijob-Lohngrenze auf 450 Euro, wird dies nach Meinung der IG BAU keinesfalls erreicht werden können. Man befürchtet sogar, dass eine gewisse Ausbeutung stattfinden könnte, da Arbeitgeber nur zu gut wissen, wie wichtig ein solcher Minijob für den jeweiligen Beschäftigten ist. Mit einer Erhöhung der Grenze wird der Weg hier frei für Unternehmen.

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