Girl’s Day: Frauen als Nachwuchskräfte für das Handwerk

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Foto: Peter Smola / pixelio.de

Auch wenn das Handwerk immer noch als unbestrittene Männerdomäne gilt, so finden sich immer mehr Frauen in den Handwerksbetrieben. Dabei können sich Frauen heute bis in die Führungspositionen der Betriebe aufsteigen und müssen den männlichen Kollegen inzwischen in nichts mehr nachstehen. Um auch in Zukunft noch mehr Frauen für die Handwerksberufe zu gewinnen, findet bundesweit am 26. April der jährliche Girl’s Day statt.

In immer mehr Handwerksbetrieben finden sich Frauen unter den Beschäftigten. So stellt eine wachsende Anzahl an Gesellinnen und Meisterinnen ihr Können in den Bauunternehmen unter Beweis. Dass sie dabei schon längst mit den Fähigkeiten der männlichen Kollegen mithalten können, steht außer Frage. Des Weiteren zeigt sich, dass die weiblichen Angestellten das Betriebsklima wesentlich verbessern, denn letztlich trägt gerade die Mischung zu einem guten Team meist erst bei. Inzwischen sind über 23 Prozent der Auszubildenden im Handwerk Frauen und auch bei den Meistern liegt der Anteil des weiblichen Geschlechts bei 20 Prozent. Auch hinsichtlich der Unternehmensführung gibt es in den letzten Jahre klare Veränderungen. So wird inzwischen jeder fünfte Betrieb von einer Frau geführt.

Um diesen positiven Trend auch in den nächsten Jahren fortzusetzen, findet in jedem Jahr der sogenannte Girl’s Day in Deutschland statt. Am 26. April ist es wieder soweit und die Handwerksbetriebe bringen den Teilnehmerinnen ihre Zunft anschaulich und vor allem auch praktisch näher. So bieten die Betriebe den Mädchen an diesem Tag nicht nur theoretische Einblicke in das Handwerk, sondern sie können auch durch eigene Arbeiten, einen Einblick in den Beruf erlangen. So lässt sich schon eher herausfinden, ob sich das ein oder andere Mädchen eine berufliche Zukunft im Handwerk vorstellen kann.

Zwei Beispiele für solche Frauen sind Andrea Schelle, Zerspanungsmechanikerin, und Stefanie Lehmann, Schornsteinfegerin. Andrea Schelle entdeckte ihre Leidenschaft für den Beruf der Zerspanungsmechanikerin auch durch den Girl’s Day im Jahr 2006. Damals lernte sie den technischen Beruf im Rahmen des Aktionstages kennen und für sie stand fest, dass sie die Ausbildung zur Zerspanungsmechanikerin erlernen möchte. Auch wenn die heute 20-jährige damals von vielen Freunden belächelt wurde, weil viele mit der Entscheidung von Andrea Schelle nichts anfangen konnten, so hat sie sich durchgekämpft und ist heute sehr glücklich damit. Andrea Schelle sagt: „Statt in Rock und Stöckelschuhen, bin ich eben in Latzhose und Stiefeln zur Arbeit erschienen – und ich habe es nie bereut, mich für einen sogenannten „Männerberuf“ entschieden zu haben.“

Die 26-jährige Stefanie Lehmann hat die Ausbildung zur Schornsteinfegerin bereits hinter sich und arbeitet heute in diesem Beruf. Damit ist sie in Mecklenburg-Vorpommern auch die erste und einzige Bezirksschornsteinfegermeisterin. Stefanie Lehmann kam durch ihren Vater zu ihrem heutigen Beruf ebenfalls ein Schornsteinfeger. „Ich stand mit zehn Jahren das erste Mal auf dem Dach und für mich war klar, dass ich beruflich in die Fußstapfen meines Vaters treten werde.“ Um sich auch zum Thema Energieeinsparung zu qualifizieren, absolvierte Stefanie Lehmann später auch eine Ausbildung zur Gebäudeenergieberaterin. Heute führt sie Messungen durch und überprüft die Energieeffizient von Heizungsanlagen.

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