27% weibliche Azubis im Handwerk und dennoch viele Lehrstellen offen

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ZDH

Gerade auf Grund des Lehrlingsmangel sind weibliche Auszubildende in Handwerksberufen auf dem Vormarsch: Mit einem Anteil von 27 Prozent habe die Zahl der Frauen unter den 160.000 neuen Auszubildenden ein Rekordhoch erreicht, sagte der Generalsekretär des Zentralverbands des Deutschen Handwerks Herr Holger Schwannecke.

Weibliche Lehrlinge im Handwerk sind äußerst erfolgreich. Das beweist, dass sich in der beruflichen Weiterbildung bei den Meisterprüfungen in den vergangenen 20 Jahren die Frauenquote auf etwa 20 Prozent verdoppelt hat. Auch beerben immer mehr Töchter ihre Väter als Betriebsinhaber von Handwerksbetrieben. Selbst körperlich anstrengende, ehemals als Männerberuf bezeichnete Aufgaben sind dank technischer Hilfsmittel für Frauen attraktiv geworden.

Der Lehrstellenmarkt wandelt sich seit einigen Jahren gewaltig. So sind in diesem Jahr eher die Auszubildenden knapp und nicht die Ausbildungsplätze. Deshalb werden wahrscheinlich bis zu 50.000 Ausbildungsplätze unbesetzt bleiben. Viele freie Ausbildungsplätze gibt es in Hamburg und Stuttgart, sowie auch München, Wiesbaden und Schleswig-Holstein. Besonders betroffen sind ländliche Regionen und der gesamte Osten Deutschlands. In einigen Berufen kommen laut Bundesagentur für Arbeit auf einen Schulabgänger zehn freie Ausbildungsplätze. Für Schulabgänger waren die Chancen, einen Ausbildungsplatz zu erhalten, seit langem nicht mehr so positiv wie 2010. Innerhalb von nur sieben Jahren ist die Zahl der Schulabgänger in Ostdeutschland um fast 50 Prozent zurückgegangen.

Die demografische Trendwende greift voll auf den Ausbildungsmarkt über. Deshalb müssen die Handwerksbetriebe den Lehrlingen den roten Teppich ausrollen, um ihren Fachkräftenachwuchs zu sichern.

Die schnell sinkende Zahl der Schulabgänger ist nur ein Teil des Nachwuchsproblems. Immer schlechter werden die Schulabschlüsse der künftigen Azubis. Fehlendes Schulwissen der Berufsanfänger und eine mangelnde Ausbildungsreife müssen von den Handwerksbetrieben und der Berufsschule aufgefangen werden. Angesichts der demografischen Entwicklung kann das Handwerk auf keinen Jugendlichen verzichten. Auch nicht auf das Fünftel der Risikoschüler, die nicht richtig lesen, schreiben und rechnen können. In Deutschland kann sich eine fatale Situation einstellen, nämlich Fachkräftemangel bei gleichzeitiger Arbeitslosigkeit aufgrund von übermäßigen Bildungsdefiziten.

Doch nicht nur kleine Handwerksbetriebe sondern auch große Konzerne bekommen den akuten Wandel zu spüren. Der Chemiekonzern BASF Ludwigshafen meldet aktuell etwa 140 Stellen für den Ausbildungsbeginn für das Schuljahr 2010 / 2011. Normal konnte der Konzern aus über 16.000 Bewerbungen den Nachwuchs auswählen. Auf Grund deutliche rückläufiger Bewerbungen hat BASF erstmals eine eigene Ausbildungskampagne entwickelt.

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