Wer neu baut, denkt heutzutage eher an das alt werden. Wer dagegen bereits im Eigenheim lebt, scheint diesen Gedanken in gewisser Weise zu verdrängen. Dieser Eindruck entsteht zumindest, wenn man sich die barrierefreien Bauprojekte näher ansieht. BauInfoConsult hat dies in einer aktuellen Studie genauer betrachtet und sucht nach den Gründen für diese durchaus überraschende Entwicklung in der Bauwirtschaft.
Lange Zeit sah man großes Potenzial im Bereich des barrierefreien Bauens und Sanierens. Im Jahr 2010 ging man sogar davon aus, dass im Jahr 2015 durchschnittlich 34 Prozent der Bauprojekte dem barrierefreien Bauen dienen werden. Die Realität stellt inzwischen leider ein anderes Bild dar. Bei der telefonischen Befragung des Marktforschunginstituts BauInfoConsult unter Architekten, Bauunternehmern und SHK-Installateuren zeichnet sich dagegen nur ein durchschnittlicher Anteil von 18 Prozent ab.
Nun fragt man sich zu Recht, woher diese Entwicklung kommt und wie man in Zukunft entgegenwirken kann. Im Großen und Ganzen scheint es wohlmöglich tatsächlich an der Einstellung der Bauherren zu liegen. Denn während SHK-Installateure üblicherweise drei Viertel ihres Umsatzes mit Modernisierungen im Bestandsbau erwirtschaften, entfallen dennoch 41 Prozent aller Aufträge im barrierefreiem Bauen auf Neubauprojekte. Bei den Planern und Bauunternehmern liegt der Anteil der barrierefreien Neubauprojekten sogar bei 65 und 59 Prozent. Dieses Verhältnis wird sich laut der Befragten in den nächsten fünf Jahren nicht großartig ändern. Da bleibt wohl nur der zynische Trost, dass der demographische Wandel in eine paar Jahren selbst die Notwendigkeit der Barrierefreiheit fördern wird.

















