Bauhauptgewerbe mit 2012 zufrieden

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Foto: Roland Riethmüller

Das Jahr 2011 war ein sehr starkes Jahr für das Bauhauptgewerbe, wie BauInfoConsult berichtet. Darum ist es umso erfreulicher, dass man im Jahr 2012 an diesen Erfolg anknüpfen konnte, trotz einiger Widrigkeiten. Natürlich muss man auch erwähnen, dass die guten Zahlen von besonders starken Bereichen abhängen, die die schwächeren wieder ausgleichen. Alles in allem muss sich das Bauhauptgewerbe aber momentan nicht um die Zukunft in 2013 sorgen. Nur der Fachkräftemangel stellt ein anhaltendes Problem dar.

Es lässt sich nicht leugnen, dass der Wohnungsbau immer noch der Treiber der Baukonjunktur ist. Auch im vergangenen Jahr hielt dieser Trend an und „rettete“ den einen oder anderen Bereich etwas. Alles in allem lässt sich für das Jahr 2012 ein baugewerblicher Umsatz von 92,6 Milliarden Euro verzeichnen, der mit dem aus dem Jahr 2011 durchaus Schritt halten kann. Im Detail betrachtet, sind die Unterschiede schon deutlich zu erkennen.

Gerade im Wohnungsbau lässt sich das größte Umsatzplus, mit immerhin fünf Prozent, erkennen. Und das, obwohl das vierte Quartal im Vergleich zum Vorjahreszeitraum ein wenig verlor. Der Wohnungsbau kann eben auch weiterhin, so wohl auch im Jahr 2013, von dem anhaltend niedrigem Zinsniveau profitieren. Damit wird dieses Segment also auch im laufenden Jahr der dynamischste Sektor des Bauhauptgewerbes bleiben.

Hinsichtlich des gewerblichen Hochbaus sieht es zwar immer noch gut aus, jedoch musste schon der erste Dämpfer eingesteckt werden. Gerade im zweiten Halbjahr 2012 ist der Umsatz zwar noch gewachsen, aber etwas weniger stark gegenüber dem ersten Halbjahr. Trotz allem liegt das Umsatzplus noch bei drei Prozent für das gesamte Jahr. Angesichts der Tatsache, dass die baulichen Investitionen der Unternehmen größtenteils bereits im Jahr 2011 und 2012 erfolgten, wird sich der gewerbliche Bau im laufenden Jahr weiter abschwächen. Damit würde man die Erfahrung machen, die der gewerbliche Tiefbau in 2012 leider schon erlebt hat.

Wie bereits immer wieder berichtet, bleibt der öffentliche Bau das Sorgenkind der Baukonjunktur. Der öffentliche Tiefbau musste ein Umsatzminus von drei Prozent, der öffentliche Hochbau sogar von 12 Prozent verkraften. Dass diese Entwicklung im Jahr 2012 so massiv war, ist auch dem Auslaufenen der Projekte aus Konjunkturpaket II-Finanzierung geschuldet. Es ist demnach auch für das laufende Jahr keine Erholung in dieser Sparte zu erwarten, wenngleich man sich dies durch gestiegene Steuereinnahmen der Kommunen ein Stück weit erhofft.

Während die Berichte von BauInfoConsult sehr positiv ausfallen, äußert sich die Bauwirtschaft auf der Frühjahrspressekonferenz etwas verhaltener. Zwar betont man auch hier, dass man im vergangenen Jahr ein Umsatzwachstum von 2,5 Milliarden Euro (+1,2 Prozent) erreichen konnte. Dennoch verweist man vor allem auf die nicht zu verachtenden Preissteigerungen im Bereich der Rohbau- und Ausbauarbeiten. Diese lagen immerhin bei zwei Prozent.

Einigkeit herrscht bei der Einschätzung des laufenden Jahres, denn hier ist nicht nur der Bericht der BauInfoConsult positiv gestimmt, sondern auch der der Bauwirtschaft. Auch die Bauwirtschaft weiß dabei durchaus, dass die gesamte wirtschaftliche Entwicklung maßgeblich vom Wohnungsbau vorangebracht wird. Hier geht man von einem Plus um 3,5 Prozent aus.

Der Wirtschaftsbau wird vorsichtig betrachtet. Zwar erkennt man an, dass die Zahl der Baugenehmigungen, wie auch der Auftragseingang eine gute Entwicklung erfahren hat, jedoch ist man sich gleichzeitig der zurückhaltenden Investitionsbereitschaft der Industrie bewusst. Somit geht man momentan in diesem Bereich von einem Umsatzzuwachs von gerade einmal einem Prozent aus. Ebenfalls etwas zurückhaltend blickt man auf den öffentlichen Bau im Jahr 2013. Dank gestiegener Steuereinnahmen bei den Gebietskörperschaften erwartet man noch ein Plus von 1,5 Prozent.

Die größten Herausforderungen für das laufende Jahr im Bauhauptgewerbe werden wohl Themen wie die Anpassung des Wohnungsbestandes, die kommunale Infrastruktur und besonders der Fachkräftemangel sein.

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