Baugewerbe besorgt über Ausbildungssituation

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Foto: Roland Riethmüller

Der Fachkräftemangel hat die Bauwirtschaft immer noch fest im Griff. Dies belegen auch die aktuellen Zahlen der SOKA-BAU. Demnach wird deutlich, dass die Zahl der geschlossenen Ausbildungsverhältnisse erstmals seit dem Jahr 2013 rückläufig ist. Dies ist besonders vor dem Hintergrund der vielen offenen Stellenangebote ein alarmierendes Signal. Es ist damit umso mehr Zeit, dass die Branche etwas tut, um die angespannte Lage umzukehren.

In diesem Jahr ist die Zahl der geschlossen Ausbildungsverträge in der Bauwirtschaft um 1,2 Prozent gegenüber dem vergangenen Jahr gesunken. So belegen es Daten der SOKA-BAU (Sozialkassen der Bauwirtschaft).  Diese Erkenntnis allein ist schon unangenehm, da es an Fachkräften immer noch nur so mangelt. Wenn man nun aber noch berücksichtigt, dass sich der Ausbildungsmarkt in der Bauwirtschaft seit langen schlechter entwickelt als im Handwerk und dem Bundesdurchschnitt, ist dies umso ernüchternder. Denn diese Entwicklung gab es im Grunde seit der Finanzkrise im Jahr 2008 nicht mehr.

Mehr Stellenangebote bei zu wenig potenziellen Bewerbern

So erschreckend die Ergebnisse der SOKA-BAU sind, umso mehr sollte man sich dringend überlegen, wie man die Entwicklung wieder in eine für die Bauwirtschaft positive Richtung umkehrt. An mangelnden Stellenangeboten liegt es jedenfalls nicht. Diese sind nämlich um 4,4 Prozent gestiegen. Dafür zeigen  Zahlen der Bundesagentur für Arbeit allerdings, dass die Zahl der Bewerber klar gesunken ist. Im kompletten Berufsbereich „Bau“ immerhin um 1,1 Prozent. Bundesweit ist die Zahl der Bewerber mit einem Minus von 0,3 Prozent nahezu stabil geblieben.

Analysieren der aktuellen Ausbildungssituation

Während man also eigentlich froh sein sollte, dass Fachkräfte immer noch gebraucht werden, ist es umso dramatischer, dass diese einfach nicht gefunden werden. So stieg die Zahl der unbesetzten Ausbildungsplätze in den Hochbauberufen um 8,1 Prozent. In den Berufen des Tiefbau sogar um 21,2 Prozent. Das macht deutlich, dass besonders in diesen beiden Sparten ein absolutes Überangebot an Stellen gegenüber geeigneten Bewerbern vorliegt.

Es wird anhand dieser Daten aber eben auch deutlich, dass die Branche etwas tun muss, an dieser Situation etwas zu ändern. So sollte man durchaus kritisch hinterfragen, welche Gründe dazu führen, dass es nur noch so wenige Bewerber gibt. Denn oftmals ist es die fehlende Attraktivität der Bauberufe. Umso wichtiger ist es aber auch, die Bewerber mit dem nötigen Interesse und Respekt zu behandeln. Es kommt schließlich immer noch vor, dass man sich nicht genug Zeit für die Auswahl geeigneter Kandidaten nimmt und sich so durchaus auch mal einen potenziellen Beschäftigten von Beginn an vergrault.

Optionen bereithalten, die Bewerber motivieren

Es gilt aber auch, sich aktiv um neue Auszubildende zu bemühen. Dazu zählt beispielsweise auch ein Projekt wie „Berufsstart Bau“. Hier werden junge Leute ganz gezielt auf eine Ausbildung in einem Bauberuf vorbereitet.

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