Baugewerbe fordert mehr Investitionen für Azubis

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Foto: Roland Riethmüller

Durch den demografischen Wandel und den steigenden Fachkräftemangel wird das Baugewerbe zunehmend bedroht. Daher müssen Azubis und junge Fachkräfte stärker umworben und gesichert werden. Doch leider sieht die Praxis anders aus. Daher fordert das Baugewerbe ein stärkeres Verantwortungsbewusstsein der Betriebe und ein Verständnis, dass Ausgaben für Azubis eine Investition für die Zukunft sind.

Azubis starten vielfach mit großer Euphorie und Tatendrang in die Ausbildung. Doch nicht selten werden ihre Erwartungen in der Praxis nicht zufriedenstellend erfüllt. Denn statt zukunftsgerichtet ausgebildet zu werden, müssen sie oft unbezahlte Überstunden leisten und werden nicht selten als billige Arbeitskräfte für ausbildungsfremde Aufgaben missbraucht. Durch den hohen Druck ist Stress oftmals die Folge, die am Ende viel zu oft zum Ausbildungsabbruch führt.

Ausbildungsqualität entscheidet über Erfolg

Die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) appelliert daher anlässlich des diesjährigen Ausbildungsstarts an die Betriebe, sich stärker ihrer Verantwortung bewusst zu werden. Schließlich sind gerade die Azubis die zukünftigen Leistungsträger und sollen den Fortbestand der Unternehmen und der Branche sichern. “Es muss stärker in die Zukunft der jungen Menschen investiert werden. Der Nachwuchs kann sich inzwischen aussuchen, in welche Ausbildung er geht”, warnt IG BAU-Bundesvorstandsmitglied Carsten Burckhardt und fordert deutliche Verbesserungen bei der Ausbildung von Facharbeitern. “Dort, wo die Ausbildungsqualität nicht stimmt, findet sich bald niemand mehr, der diesen Beruf erlernen will.”

Durch Kontrollen der zuständigen Stellen, aber auch durch eine enge Abstimmung zwischen Betrieben und Berufsschulen muss daher die Qualtat der Ausbildung kontinuierlich gesichert werden.

Ausbildungszufriedenheit steigern

Zur Steigerung der Attraktivität fordert daher die IG BAU eine Befreiung der Azubis von zusätzlichen Ausbildungskosten, wie etwa Fahrgeld und Internatsunterbringungen. Doch auch die Stärkung der Mitbestimmung der Azubis im Betrieb sei eine gute Option zur Erhöhung der Ausbildungszufriedenheit. “Gerade in der Ausbildung besteht ein enormes Machtgefälle zwischen Auszubildenden und dem Chef. Die Mitbestimmung in Betrieben gibt den Beschäftigten die Möglichkeit der Kontrolle und der demokratischen Teilhabe an Entscheidungen, die wichtig sind für ihre Arbeit”, erläutert Burckhardt. Daher unterstützt die IG BAU die Azubis bei der Vorbereitung der anstehenden Wahlen der Jugend- und Auszubildendenvertretungen (JAV).

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