Bauschutt-Recycling: Startup trennt Bauschutt mit KI

Foto: varyapigu / envatoelements

Wenn Gebäude abgerissen werden, entstehen mineralische Bauabfälle. Ein junges Startup entwickelt mit Unterstützung einer Umweltstiftung ein System, das Bauschutt automatisiert klassifiziert. Das geschieht mit Kameras und künstlicher Intelligenz. Bauschutt-‚Recycling soll damit in Verbindung mit KI vereinfacht werden. Eine erste Pilotanlage mit Erkennungssystem ist bereits in Betrieb. Geplant ist, dieses System auch auf die Analyse von Bio- und Papierabfällen zu übertragen.

Beim Abriss von Gebäuden entstehen mineralische Bauabfälle. Doch diese sind auch wertvolle Rohstoffe. Daher hat das aus Tübingen in Baden-Württemberg stammende Startup Optocycle ein System entwickelt, das Bauschutt mithilfe von Kameras und künstlicher Intelligenz (KI) klassifiziert. Dadurch können die Bauabfälle besser getrennt und effektiv wiederverwertet werden. Beton, Ziegel, Keramik, Kunststoff und Metall bestehen aus unterschiedlichen Materialien. Die Herstellung kostet viel Energie und verursacht Treibhausgase, die für das Klima schädlich sind. „Allein auf die Zementproduktion – ein wichtiger Bestandteil von Beton – entfallen derzeit etwa acht Prozent der globalen Kohlendioxid-Emissionen“, sagt Franz-Peter Heidenreich, der Leiter des Referats Wasser, Boden und Infrastruktur bei der Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU). Er betont weiter, dass es deshalb so wichtig sei, Bauabfälle hochwertig zu recyceln. Das Problem liegt darin, dass der Bauschutt mit LKWs zu den Entsorgungsbetrieben gefahren wird. Ohne digitale Hilfsmittel werden dieser erst dann aufwändig klassifiziert. „Ein automatisches Sortieren der Bauabfälle nach recycelbaren und schadstoffarmen Materialien könnte Kosten einsparen, wäre präziser und ganz im Sinne einer echten Kreislaufwirtschaft“, sagt Heidenreich.

Bauschutt-Recycling wird einfacher durch KI

Durch das Bauschutt-Recycling können die Abfälle wieder zu hochwertigem Material verarbeitet werden. Das System unterscheidet automatisch die verschiedenen Stoffe. „Zuerst nehmen Kameras Bilder des Bauschutts auf, zum Beispiel von einer Lastwagen-Ladung oder einem Förderband“, erklärt Optocycle-Gründer und Geschäftsführer Max-Frederick Gerken. „Die von uns entwickelte Software bestimmt dann durch optische Auswertung der Bilder mittels künstlicher Intelligenz die stoffliche Zusammensetzung des Materials.“ Die Pilotanlage ist bereits in der Nähe von Stuttgart aufgestellt. Sie steht im Betrieb von Walter Feeß, der als Wegbereiter für Recycling-Beton von der DBU im Jahr 2016 mit dem Deutschen Umweltpreis ausgezeichnet wurde. Durch die genaue Feststellung der Zusammensetzung vom Bauschutt kann ein optimales Bauschutt-Recycling genutzt werden. Denn mithilfe der Kreislaufwirtschaft wird der Verbrauch von Rohstoffen und Abfall deutlich reduziert. Geplant ist, dieses Bauschutt-Recycling auch auf Bioabfälle und Papierabfälle zu übertragen.

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