Damit das Badezimmer zum Pflegebad wird

Damit das Badezimmer zum Pflegebad wird
Foto: KfW-Bildarchiv / photothek.net

Nach Notfällen und Unfällen muss das Badezimmer schnell zu einem Pflegebad werden. Denn das Ziel ist es, den pflegebedürftigen Menschen einen möglichst langen Aufenthalt in den eigenen vier Wänden zu ermöglichen. Hier ist das SHK-Handwerk gefragt. Doch eine aktuelle Studie klärt auch, eine Zuschussfinanzierung für pflegegerechte Bäder im Rahmen einer Anpassung der Wohnung zu bekommen.

Der Zentralverband Sanitär Heizung Klima (ZVSHK) hat eine Machbarkeitsstudie im November gestartet. Denn das Prinzip „ambulant vor stationär“ wird immer mehr zur Realität. Rund 2,59 Millionen Menschen sind im Jahr 2017 in den eigenen vier Wänden versorgt worden. In den nächsten Jahren wird diese Zahl noch weiter ansteigen. Es wird damit gerechnet, dass in den nächsten zehn Jahren bis zu fünf Millionen Pflegebedürftige zuhause versorgt werden. Damit dies überhaupt möglich wird, ist das SHK-Handwerk gefragt. Schließlich spielt das Bad eine wichtige Rolle bei der Pflege.

Badezimmer auf die Pflege im eigenen Heim ausrichten

Möglichst lange in den eigenen vier Wänden zu leben, das ist der Wunsch vieler pflegebedürftiger Menschen. Ein Hindernis ist oft, dass das Bad nicht auf die Bedürfnisse dieser Menschen ausgerichtet ist. Es gibt neun Millionen Kleinstbäder, die den Anforderungen nicht gerecht werden. In diesem Zusammenhang tauchen viele Fragen auf. Wie kann ein Umbau gelingen? Welche baulichen Anforderungen müssen erfüllt werden und wie findet das Handwerk ein passendes Konzept? Mit dem neuen Forschungsprojekt will das SHK-Handwerk Antworten finden.

Bauliche Empfehlungen zum Pflegebad besser einsetzen

Bei Notfällen oder einer schweren Krankheit ist ein gewohnter Aufenthalt in der Wohnung oft nicht mehr möglich. Die Beteiligten stehen dann oft unter Zeitdruck, denn nach einem Aufenthalt im Krankenhaus oder in der Reha muss im Badezimmer die Reha-Maßnahme weitergeführt werden. Aus der täglichen Praxis hat der ZVSHK die Studie „Erfolgsfaktor Badezimmer für die ambulante Pflege“ offenbart. Bäder, die über einen Pflegezuschuss angepasst wurden, waren nur bedingt nutzbar. Matthias Thiel, beim ZVSHK als Koordinator mit den Themen rund um den demographischen Wandel vertraut, sieht dringenden Handlungsbedarf: „Es mangelt gegenwärtig an einer baulichen Qualitätssicherung, die gewährleistet, dass Leistungen der Pflegeversicherung an Pflegebedürftige im Rahmen der Wohnungsanpassung adäquat eingesetzt werden.“ Weiterhin betonte er, dass durch bauliche Empfehlungen zum Pflegebad die Fördergelder auch tatsächlich bestmöglichst eingesetzt werden. Das Stückwerk von nicht Profis müsste beendet werden. Innerhalb von zehn Monaten sollen Workshops durchgeführt werden. Die Teilnehmer sind Handwerker, Industrievertreter, Planer und Architekten sowie die Pflegekräfte und die Angehörigen von Pflegebedürftigen.

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