Die hohe Bedeutung vom Handwerk

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Foto: Roland Riethmüller

Dem Handwerk kommt eine große gesellschaftspolitische Bedeutung zu. Das geht aus einer aktuellen Analyse der Handwerksstruktur- und Regionaldaten hervor. So zeigt sich, dass das Handwerk vor allem ländlich geprägt ist. Denn obwohl Handwerksbetriebe in den Städten eine große Rolle spielen, liegt der Beschäftigungsbeitrag in ländlichen Regionen um 30 Prozent höher als in den Städten.

Besonders in Regionen mit einer niedrigerer Wirtschaftsleistung als der in den Städten wirkt das Handwerk stabilisierend. Das ist das Ergebnis einer aktuellen Studie des Volkswirtschaftlichen Instituts für Mittelstand und Handwerk an der Universität Göttingen (ifh Göttingen). So integriere das Handwerk die Jugendlichen in die Arbeitswelt, vermindere die Armut und schaffe lebenswerte Bedingungen. Trotzdem haben die Handwerksbetriebe auch in den Städten eine wichtige Rolle. Bei den meisten der 402 Kreise liegt der Handwerkeranteil bei den Erwerbstätigen bei über zehn Prozent. Die Studie widmet sich vorwiegend dem ländlichen Raum mit handwerklichen Kernregionen.

Welche Funktionen erfüllen die Handwerksbetriebe im ländlichen Raum?

Positive Impulse für die regionale Wirtschaft werden durch Produkt- und Dienstleistungsinnovationen in Handwerksunternehmen erzeugt. Jugendliche mit niedrigerem Bildungsabschluss werden somit in den Arbeitsmarkt integriert. Das mindert die Armut und wirkt der Abwanderung entgegen. In dünn besiedelten Regionen übernehmen die Handwerksbetriebe eine Versorgefunktion. Es gibt bestimmte Merkmale, an denen sich Handwerksregionen von Nicht-Handwerksregionen unterscheiden. In den Handwerksregionen herrscht ein niedrigeres Pro-Kopf-Einkommen und sie sind vorwiegend ländlich geprägt. Trotzdem gibt es hier weniger Armut, als in den nicht ländlich geprägten Regionen. Langfristig gesehen verläuft auch die Bevölkerungsentwicklung wesentlich stabiler.

Welche Regionen profitieren von der GRW-Strukturförderung?

Die Fördersumme für Handwerksregionen fällt geringer aus als in den Nicht-Handwerksregionen. Siedlungsräume, die am stärksten durch die Schrumpfung betroffen sind, erhalten eine Strukturförderung. Wenn man das Ziel einer räumlichen Strukturförderung prinzipiell akzeptiert, stellt sich hier die Frage, ob eine Förderung der am stärksten schrumpfenden Regionen als nachhaltig angesehen werden kann. Stattdessen wäre über eine Förderung von strukturschwachen Wirtschaftsräumen nachzudenken, welche ein Mindestmaß an zukünftiger Bestandsfestigkeit aufweisen.

Einmal Handwerk – immer Handwerk

Die Studie zeigt auch, dass handwerklich geprägte Regionen aus dem Jahr 1926 auch heute noch handwerklich geprägt sind. Außerdem gibt es Hinweise darauf, dass die Wurzeln dieser strukturellen Stabilität sehr weit in die Vergangenheit reichen. Sie stehen durchaus im Zusammenhang mit landwirtschaftlichen Strukturen aus dem 19. Jahrhundert. Außerdem hat sich herausgestellt, dass Handwerksregionen eher konservativ eingestellt sind. Im Jahr 2013 war der Anteil der CDU-Wähler besonders hoch. In einem Kreis mit vielen Handwerkern lag der Anteil der CDU-Wähler bei fast 50 Prozent.

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