Digitales Bauen – so werden Investitionen effizient eingesetzt

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Foto: Roland Riethmüller

Endlich sollen Milliarden in die deutsche Infrastruktur investiert werden. Dabei plant das Bundesverkehrsministerium die Großprojekte ab dem Jahr 2020 nur noch mit digitaler Unterstützung durchzuführen. Zur besseren Planbarkeit und effizienteren Realisierung soll dann flächendeckend Building Information Modeling (BIM) eingesetzt werden. Nach der ersten Phase zur Einführung des digitalen Bauens gibt es nun die ersten Learnings.

Die Arbeitsgemeinschaft Infra-BIM unter Leitung der Ruhr-Universität Bochum (RUB) hat die erste Phase zur Einführung des digitalen Bauens im Stufenplan des Bundesverkehrsministeriums begleitet und Handlungsempfehlungen erarbeitet. Dabei basiert die Auswertung auf den Ergebnissen, die aus den vier Pilotprojekten mit dem sogenannten Building Information Modeling (BIM) umgesetzt und in den Jahren 2015 bis 2018 wissenschaftlich analysiert wurden. Bewertet wurde zunächst der nationale und internationale Standard und die Anwendung von digitalen Methoden. Anschließend wurden vier Projekte der Arbeitsgemeinschaft BIM-Projekte begleitet. Im folgenden waren das der Rastatter Tunnel, die Erneuerung der Autobahnbrücke über den Petersdorfer See in Mecklenburg-Vorpommern und den Neubau der Auenbachtalbrücke der Bundesstraße 107 bei Chemnitz. Es wurde dabei dokumentiert, inwieweit Building Information Modeling umgesetzt wurde.

Bereits heute ist digitales Bauen möglich

„Unsere wichtigste Erkenntnis war, dass die Anwendung von digitalen Methoden zur Planung und Ausführung im Infrastrukturbau schon heute möglich ist“, sagt Prof. Dr. Markus König, Leiter des RUB-Lehrstuhls für Informatik im Bauwesen. „Notwendig ist jedoch eine weitere Standardisierung der Abläufe, Informationsanforderungen und des Datenaustauschs.“ Weitere Aspekte von Bauprozessen fließen ebenfalls in die Überlegungen mit ein. Dazu gehören die Aus- und Weiterbildung und die Automatisierung von Bauprozessen.

Was ist Building Information Modeling (BIM)?

Durch Building Information Modeling (BIM) können Großprojekte vor dem Bau zunächst virtuell durchgespielt werden. Erst dann werden sie in die Realität umgesetzt. Die Kosten und der Zeitaufwand können dadurch realistisch kalkuliert und die Großprojekte schneller realisiert werden. Digitales Bauen ermöglicht allen Beteiligten einen ständigen Zugriff auf alle Informationen, die untereinander ausgetauscht werden können. Bis 2030 sieht der Verkehrswegeplan Investitionen in Höhe von rund 220 Milliarden Euro vor. Building Information Modeling soll dann zum Einsatz kommen. Geplant sind beim Bau von Autobahnen, Wasserstraßen, Bundesstraßen, Schleusen und Gleisanlagen der Deutschen Bahn. Das Bundesverkehrsministerium hat das RUB-Team beauftragt, die Umsetzung dieses Stufenplans weiterhin zu begleiten. Das Team um Markus König bewertet auch BIM-Projekte des Bundeshochbaus und leitet ein Forschungsvorhaben, das digitale Bauanträge auf der Basis von Building Information Modeling erprobt. Außerdem will sich das Team auch mit Schienenbauprojekten befassen.

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