Do-it-yourself verliert an Bedeutung

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Fachleute gewinnen, während Do-it-yourself weiter zurückgeht. Foto: Roland Riethmüller

Der demographische Wandel hat neben dem Fachkräftemangel und dem erhöhten Bedarf nach altersgerechtem Wohnen auch einen weiteren Effekt: Mit einer Studie konnte bewiesen werden, dass gerade ältere Menschen nicht mehr in der Lage sind, selbst handwerkliche Tätigkeiten auszuführen und statt dessen lieber Profis beauftragen. Damit könnte der im Handwerk verhasste Do-it-yourself-Markt schrumpfen und der Anteil der Do-it-for-me-Kunden dem Bauhandwerk neue Aufträge sichern.

Die Bevölkerung in Europa wird immer älter. So werden aktuell bereits 17,5 Prozent der Altergruppe über 65 Jahren zugerechnet. Hochrechnungen haben ergeben, dass dieser Anteil weiter ansteigt und bis zum Jahr 2020 auf über 20 Prozent anwachsen wird. Doch was bedeutet dieser „demographische Wandel“ für das Bauhandwerk?

Im Rahmen der Studie „Europäischer Heimwerker- und Renovierungsmonitor“ der Marktforschungsinstitute USP Marketing Consultancy und BauInfoConsult wurden 12.000 Konsumenten in 13 Ländern danach befragt, ob Sie handwerkliche Arbeiten selbst durchführen oder lieber einen Fachmann zur Rate ziehen. Das Ergebnis zeigt, dass vor allem die Altergruppe 65+ mit 47 Prozent viel eher Handwerker beauftragt als beispielsweise die Gruppe der Jüngeren mit durchschnittlich nur circa 30 Prozent. Oft steht das auch im direkten Verhältnis mit den finanziellen Gegebenheiten. So lassen finanziell besser Gestellte mit knapp 40 Prozent viel eher die Arbeiten von Handwerkern durchführen, als durchschnittlich verdienende Konsumenten mit rund 33 Prozent.

Für das Bauhandwerk bedeutet demnach der demographische Wandel eine echte Chance, bisherige Heimwerker als neue Kunden zu gewinnen. Denn durch die fortschreitende Überalterung der Bevölkerung wird auch der Anteil der einstigen Do-it-yourself-Verfechter steigen, die körperlich nicht mehr in der Lage sind, selbst Hand anzulegen. Jedoch sollte die Branche darauf achten, dieses Potential nicht an die Schwarzarbeit zu verlieren.

Auch einige Baumärkte haben bereits begonnen, sich diesem Trend zu stellen. So bieten sie zusammen mit kooperierenden Handwerkern den Konsumenten spezielle Services, wie zum Beispiel aufwändige Einbauten von Dachfenstern oder Badezimmer-Modernisierungen. Durch die Verschiebung von Do-it-youself zu Do-it-for-me werden Händler ohne derartige Services eine Abwanderung der Kunden erleben, die durch neue Entscheidungsträger bei der Wahl der Bauprodukte möglicherweise auch Hersteller von Do-it-yourself-Produkten betreffen wird.

Wieder einmal zeigt sich, dass die Baubranche im Wandel ist und durch den demographischen Wandel aus dem einstigen Heimwerker-Motto „Do it yourself“ immer mehr die Bauherren-Bitte „Do it for me“ wird.

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