Durch die Zunahme der Baugenehmigungen bei Geschosswohnungen kam in Berlin der Verdacht der Spekulation auf. Doch das hat sich nicht bestätigt. Es hätte fatale Folgen gehabt, denn der Bau von neuen Wohnungen hätte sich dadurch verzögert. Eine Untersuchung hat jetzt ergeben, dass für Spekulationsabsichten keine Anzeichen gefunden wurden. Rund 50 Prozent der Wohnungsbauvorhaben wurden in die Tat umgesetzt.
Die Nutzung von Wohnungsbaugenehmigungen standen in Berlin auf dem Prüfstand. Im Auftrag der BPD Immobilienentwicklung GmbH hat das Marktforschungsinstitut Empirica eine nähere Untersuchung durchgeführt. Laut der Studie befinden sich demnach 50 Prozent der in Berlin geplanten Neubauwohnungen bereits im Bau. Im nächsten Jahr wird bei 30 Prozent der genehmigten Wohnungen mit dem Bau begonnen und bei zehn Prozent beginnt der Bau im darauffolgenden Jahr. Diese prozentuale Verteilung hat sich seit Anfang des Jahrzehnts nicht verändert. Auch für das Jahr 2016 befanden sich 50 Prozent der Neubauwohnungen bereits im Bau.
Keine Zunahme der Genehmigungen für den Bau zu spekulativen Zwecken
Es waren Bedenken laut geworden, dass bei so vielen Genehmigungen keine ernsthafte Absicht zum Bau bestehen würde. Die Entlastung des Wohnungsmarktes hätte sich dann erheblich verzögert. Doch die Studie hat jetzt das Gegenteil bewiesen. Eine Spekulationsabsicht konnte trotz der Zunahme der Baugenehmigungen nicht nachgewiesen werden. Zu dieser Diskrepanz zwischen den Genehmigungen und den Baufertigstellungen kommt es lediglich durch die Bauzeit. Es lassen sich auch keine Anzeichen dafür finden, dass bei den Bauzeiten Verzögerungen eingetreten sind. Es dauert rund zwei bis drei Jahre, bis 50 Prozent der neuen Wohnungen fertiggestellt werden. In den vergangenen Jahren hat sich diesbezüglich keine Veränderung ergeben. Im Gegenteil, in den kommenden Jahren ist mit einer Zunahme der fertiggestellten Wohnungen zu rechnen. Ob es zu einer Spekulation von Grundstücken ohne Baugenehmigung kam, konnte mit dieser Studie allerdings nicht belegt werden.
Berliner Situation hat bundesweite Gültigkeit
Die Kurzstudie ist das Ergebnis einer Bauüberhangstatistik des statistischen Landesamtes Berlin. Jährlich erhebt das Landesamt den Status aller offenen Genehmigungen zum Bau. Außer in Berlin gab es deutschlandweit keine anderen Studien, doch es wird davon ausgegangen, dass es hier keine nennenswerten Unterschiede geben dürfte, sodass dieses Ergebnis aus Berlin bundesweit übertragen werden kann.