Fahrtkosten im Bauhandwerk sind Pflichtangabe

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Foto: Roland Riethmüller

Handwerker, die ihre Dienstleistung beim Kunden erbringen,  stellen neben der eigentlichen Dienstleistung in der Regel auch die Fahrtkosten in Rechnung. Diese sind unter Umständen relativ hoch und stoßen dem Kunden dabei immer wieder negativ auf. Um Diskussionen um das Geld zu vermeiden, sollten diese Kosten bereits im Angebot festgehalten werden. Auch wenn es kaum einer macht, doch diese Vorab-Information über die genauen Fahrtkosten sind sogar gesetzlich geregelt.

Fahrtkosten von Handwerkern führen in der Praxis immer wieder zu Ärger und Diskussionen. Das liegt vor allem daran, dass Handwerker in der Vergangenheit allzu oft ihren Kunden diesen Kostenpunkt vorenthielten. Folge war daher immer wieder, dass Auftraggeber sich weigerten, diese Beträge zu entrichten. Dennoch erhielten die Handwerker in der Regel ihr Geld, da Richter im Falle eines Gerichtsverfahrens sich meist gütig mit den Handwerkern zeigten und die Kunden zur Zahlung der Fahrtkosten aufforderten. Selbst wenn diese Kosten bei Vertragsabschluss weder erwähnt noch in einer konkreten Höhe bekannt waren.

Neues Gesetz nimmt Handwerker nun in die Pflicht

Die Handwerkskammer Hildesheim-Südniedersachsen mahnt ihre Mitgliedsbetriebe nun vor mehr Obacht. Denn eine neue Regelung verpflichtet die Handwerker inzwischen dazu, Fahrtkosten bereits zu Beginn zu benennen. Nachträgliche Berechnung sind damit ungültig und sollten vermieden werden. Der Paragraph 312 a BGB ist zwar schon seit Mitte des Jahres 2014 in Kraft, wurde aber bisher noch nicht konsequent gelebt. Doch genau dies soll jetzt geschehen. Die Handwerkskammer Hildesheim-Südniedersachsen macht daher deutlich, dass Handwerksbetriebe dieser Pflicht in jedem Fall nachkommen sollten.

Wer nicht informiert, braucht keine Zahlung einfordern

Gemäß Paragraph 312 a BGB müssen Handwerker den Verbraucher demnach vor, beziehungsweise spätestens bei Abschluss des Vertrages über die zu erwartende Höhe der Liefer- und Anfahrtskosten in Kenntnis setzen. Um hier von Beginn an keine Missverständnisse zu haben, sollte man dies bereits in das Angebot und den späteren Vertrag mit einarbeiten. Wer das versäumt, hat keinen Anspruch auf Zahlung der Leistung. Natürlich kann es später noch zu Änderungen dieses Kostenpunktes kommen, z.B. weil es dann doch mehr Termine vor Ort gab, als anfangs erwartet. Aber auch hier gilt, die Anpassung der Kosten entsprechend unverzüglich an den Auftraggeber mitzuteilen.

Egal ob schriftlich oder telefonisch, jeder Handwerksbetrieb ist gut beraten, wenn er sich Liefer- und Anfahrtskosten stets vom Auftraggeber schriftlich bestätigen lässt. So ist man am Ende sicher, dass keine Ausfälle der angefallenen Kosten zu erwarten sind.

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