Pflanzen tragen dazu bei, dass schädliches CO2 abgebaut werden kann. Eine aktuelle Bachelorarbeit hat sich speziell mit diesem Thema befasst und das Potenzial der Fassadenbegrünung aufgezeigt. Dabei wird deutlich, wie begrünte Fassaden den Energieverbrauch reduzieren, zum Klimaschutz beitragen und die Lebensdauer von Gebäuden verlängern können. Eine Begrünung der Fassaden überzeugt nicht nur durch geringe Anschaffungskosten, sondern bietet auch Vorteile für Mensch, Gebäude und Klima.
Es ist schon lange bekannt, dass durch Pflanzen das schädliche Klimagas CO2 abgebaut werden kann. Daher ist es naheliegend, über Lösungen durch die Bauwirtschaft nachzudenken. So hat sich die österreichische Fachhochschule Burgenland mit den Vorteilen eine Begrünung von Fassaden beschäftigt. Die Studenten fanden heraus, dass Mensch, Gebäude und Klima durchaus von einer Begründung profitieren. Rund 40 Prozent des weltweiten Energieverbrauchs werden von Gebäuden verursacht. Das liegt daran, dass sie geheizt und gekühlt werden müssen. Der Student Manuel Cserer aus dem Burgenland hat sich in seiner Bachelorarbeit intensiv im Studiengang Energie- und Umweltmanagement damit befasst. Er hat unterschiedliche Möglichkeiten für eine Fassadenbegrünung bewertet und entsprechende Vorschläge zur Umsetzung gemacht. Diese wurden im Forschungszentrum in Pinkafeld umgesetzt.
Die Vorteile der Fassadenbegrünung
„Für mich ist sonnenklar, dass in der Fassadenbegrünung die Zukunft liegt“, erklärt der Absolvent und betont die enormen Vorteile. „Uns allen ist klar, dass Pflanzen schädliches CO2 abbauen. Aber davon abgesehen sprechen zahlreiche Parameter für eine intensivere Nutzung.“ Denn durch die Fassadenbegrünung kann der Wärmeverlust vom Gebäude um zehn Prozent gesenkt werden. Dabei entspricht eine Begrünung auch den Prinzipien vom klimaangepassten Bauen und sorgt für eine natürliche Kühlung im Sommer. Denn während ungeschützte Fassaden im Laufe eines heißen Sommertages das Gebäude auf bis zu 80 Grad Celsius aufheizen können, reduziert die Begrünung effizient die Oberflächentemperatur um bis zu 20 Grad. Im Winter schützt die Fassadenbegrünung auch vor Kälte und erhöht die Lufttemperatur im Gebäude um sieben Grad. Sind Dächer oder Fassaden begrünt, wird auch das Kanalsystem entlastet, denn die Pflanzen können einen Großteil des Regenwassers aufnehmen. Außerdem werden beispielsweise durch eine Dachbegrünung rund 85 Prozent der Staubpartikel aus der Luft gefiltert. Gleichzeitig kann die Luftfeuchte in Häusern mit Fassadenbegrünung um bis zu 40 Prozent erhöht werden. Zudem ist die Begründung nachhaltig, denn die Bauteile halten rund zehn Jahre länger.
Großer Nutzen für geringe Kosten
Es gibt zwei unterschiedliche Varianten der Begrünung von Fassaden. Beim Pflanzenaufbau von rund zehn Zentimetern liegen die Kosten bei rund 25 Euro je Quadratmeter. Werden die Dächer intensiv begrünt, können sich die Kosten auf bis zu 100 Euro je Quadratmeter belaufen. Wesentlich teurer wird eine Begrünung in Innenräumen. Die Wände müssen verstärkt werden und eine große Herausforderung ist auch die Strom- und Wasserversorgung. Allerdings belegen Studien, dass eine Begrünung von Innenräumen den Stresspegel um 50 Prozent senkt.


















Eine exzellente und klare Zusammenfassung des Themas. Ich habe selbst seit 3 Jahrzehnten die Westwand meines EFH in Ingolstadt mit Efeu begrünt. Die Vögel nehmen die Nistmöglichkeiten begeistert war. Die Energeieinsparung habe ich vermutet; mit diesem Newsletter habe ich erstmals Zahlen gelesen.