Ohne Klimaanlagen bauen: Klimaangepasst und energieeffizient

Foto: Lebensraum Ziegel / Christoph Große

Insbesondere in Städten verursacht der Klimawandel steigende Temperaturen. Zur Kühlung werden oft Klimaanlagen eingesetzt, die das Problem jedoch eher verschärfen. Klimaangepasstes Bauen könnte die Lösung sein! Denn mit Massivbauweise, Fassadenbegrünung und Sonnenschutz lassen sich Räume auf natürliche und nachhaltige Art und Weise kühlen. Studien und innovative Gebäude bestätigen, dass diese Bauweise Energie und Kosten spart, was die Umwelt schont.

Der Klimawandel ist ein globales Phänomen, hat damit auch direkte Auswirkungen auf unseren Alltag. So verzeichnete der nun scheidende Sommer laut dem Deutschen Wetterdienst (DWD) wiederholt überdurchschnittlich hohe Temperaturen. Insbesondere in städtischen Ballungszentren führt dies zu immer heißeren Tagen und minimaler nächtlicher Abkühlung. Die Reaktion vieler Menschen auf diese Entwicklung ist der verstärkte Einsatz von Klimaanlagen. Doch neben dem hohen Energiebedarf können diese Geräte das Problem der urbanen Hitzeinseln sogar noch verschärfen, indem sie die entzogene Raumwärme an die Außenluft abgeben. Doch gibt es Alternativen zu dieser aktiven Kühlung?

Klimaangepasste Massivbauweise statt Klimaanlage

Die Antwort liegt in der Bauweise unserer Gebäude. Eine klimaangepasste Massivbauweise, kombiniert mit passiven Maßnahmen wie Fassadenbegrünung und Sonnenschutz, kann für angenehmere Temperaturen in Wohn- und Arbeitsräumen sorgen. Mineralische Baustoffe wie Beton, Ziegel und Kalksandstein bieten aufgrund ihrer hohen Speichermasse hervorragende thermische Eigenschaften. Das bedeutet, dass die Innentemperatur eines solchen Gebäudes trotz äußerer Temperaturschwankungen stabil bleibt – im Winter warm und im Sommer kühl. Dies reduziert nicht nur den Energieverbrauch, sondern auch die Betriebskosten und die Umweltbelastung.

Hohe Speichermasse und externer Sonnenschutz kühlen umweltfreundlich

Eine Studie der Universität für Bodenkultur Wien aus dem Jahr 2017 bestätigt diese Erkenntnisse. Forscher untersuchten den Einfluss von Speichermasse und Sonnenschutz auf die Innentemperaturen von Gebäuden. Die Ergebnisse waren eindeutig: Gebäude mit hoher Speichermasse und externem Sonnenschutz wiesen im Sommer die niedrigsten Raumtemperaturen auf – und das ganz ohne Klimaanlage.

Klimaangepasstes Bauen mit thermischer Masse

Ein beeindruckendes Beispiel für diese Art von Bauweise ist das Bürohaus 2226 in Lustenau, Österreich. Trotz des Verzichts auf herkömmliche Klima-, Heiz- und Lüftungstechnik bleibt die Innentemperatur konstant zwischen 22 und 26 Grad. Dies wird durch die thermische Masse des fast 80 Zentimeter dicken Ziegelmauerwerks erreicht. „Klimaangepasstes Bauen wird in der Zukunft immer wichtiger”, betont Thomas Zawalski, Geschäftsführer von solid UNIT Deutschland, die Bedeutung dieser Entwicklung. “Bevor man sich für den Einbau einer Klimaanlage entscheidet, sollten Bauweisen mit guten Dämmeigenschaften, Außenbeschattung und Querlüftungsmöglichkeiten in Erwägung gezogen werden. Eine durchdachte Massivbauweise kann einen entscheidenden Beitrag zur Erreichung angenehmer Raumtemperaturen leisten.“ Denn in Zeiten des Klimawandels ist es unerlässlich, dass die Bauwirtschaft innovative Lösungen findet, um den Herausforderungen von morgen gerecht zu werden. Die Massivbauweise könnte dabei eine Schlüsselrolle spielen.

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