Flüchtlinge sind Chance für Bauwirtschaft

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Foto: KfW-Bildarchiv / photothek.net

Die Flüchtlingskrise ist immer noch in aller Munde und es sollte dabei keinesfalls vergessen werden, dass sie auch große Chancen für die deutsche Bauwirtschaft mit sich bringt. Natürlich nur, wenn man die derzeitigen Probleme richtig und strukturiert angeht. Auch die Vergangenheit hat uns schließlich bereits gezeigt, dass Zuwanderung nicht immer nur mit Zweifeln und möglichen Nachteilen zu betrachten ist.

Ein Ende der derzeitigen Flüchtlingskrise scheint nicht in Sicht. Nun kann man diese Situation weiter lamentieren und Gründe finden, was alles Nachteile an der Lage bringt. Aber man kann auch einfach seine Sichtweise ändern und prüfen, welche Chancen die Lage der für die deutschen Bauwirtschaft vielleicht mit sich bringt. Dass dabei stets gewisse Voraussetzungen erfüllt sein müssen, versteht sich natürlich jedoch von selbst.

Flüchtlinge als Chance

Gerade jetzt, wo einfach nicht genug Fachkräfte in der Bauwirtschaft vorhanden sind und der Nachwuchs recht überschaubar ist, sollte man die vorzugsweise meist männlichen Flüchtlinge vielleicht einmal genauer wahrnehmen. Immerhin sind viele dieser jungen Männer in ihren Heimatländern durchaus gebildete Arbeitskräfte, deren Kompetenz man sich hierzulande zu Nutze machen könnte. Am Ende profitieren schließlich alle davon, wenn diese Integration erfolgreich verläuft.

Die Handwerksbetriebe haben ihrerseits bereits erkannt, welches Potenzial in den Flüchtlingen steckt und sind bereit, diese zu beschäftigen oder auch auszubilden. Aktuelle Befragungen der Industrie- und Handelskammern (IHK) sowie der Handwerkskammern bei insgesamt 770 Mitgliedsbetrieben im Raum Stuttgart zeigen, dass der Wille und die Motivation in den Betrieben geweckt sind. Immerhin 80 Prozent von Ihnen möchten Zuwanderer beschäftigen, 40 Prozent davon sogar auch ausbilden. Nun liegt es vor allem auch an der Politik, gewisse Entscheidungen zu treffen, damit sowohl die Flüchtlinge, wie auch die Betriebe mit voller Kraft durchstarten können.

Handwerksbetriebe brauchen Rechtssicherheit

Mit die wichtigsten Kriterien zur Beschäftigung oder Ausbildung der Flüchtlinge sind daher die Aufenthalts- und Arbeitserlaubnis. Ohne diese droht vielen Flüchtlingen die Abschiebung während ihrer Beschäftigung, was für die Flüchtlinge persönlich enttäuschend, für die Betriebe aber insbesondere auch finanziell eine negative Entwicklung mit sich bringt. Georg Fichtner, IHK-Präsident, macht deutlich: „Wenn Betriebe in Ausbildung und Beschäftigung investieren, brauchen sie Rechtssicherheit.“ Diese sollte im Falle einer Ausbildung nicht nur während dieser sein, sondern auch noch mindestens zwei Jahre nach deren Abschluss. In diesem Zusammenhang gibt Fichtner auch zu bedenken, die Altersgrenze für geduldete Flüchtlinge im Falle einer Ausbildung auf 25 Jahre zu erhöhen oder sie gar auszusetzen.

Ebenfalls von größter Bedeutung für eine berufliche Eingliederung von Flüchtlingen seien auch ausreichende Deutschkenntnisse, sowie nachweisebare Kenntnisse über Bildungsniveau, berufliche Kenntnisse und Berufsabschlüsse an sich. Schließlich sind dies wichtige Kriterien, zur Beurteilung, wie man die Zuwanderer am besten beruflich unterbringen kann.

Sofern die Flüchtlingssituation mit Bedacht und Weitsicht angegangen wird, birgt sie wohl wesentlich mehr Chancen als Risiken oder Gefahren. Wir müssen uns von einigen Vorurteilen einfach frei machen, um offen für Neues zu sein. Wie wir der Lage Herr werden, liegt letztlich an der Politik, der Wirtschaft und jedem einzelnen selbst. Blicken wir auf unsere Vergangenheit, werden wir erkennen, dass wir mit Zuwanderern und deren Arbeitskraft bisher immer sehr gut gefahren sind und es eine Win-Win-Situation für alle Beteiligten war.

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