Handwerk fördert duale Ausbildung für Jugendliche

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Foto:Volker Thullesen

Die duale Ausbildung bewährt sich in Deutschland seit vielen Jahren und gewinnt auch im Ausland immer mehr an Anerkennung. Letztlich gibt der Erfolg dem System recht, denn mit einer dualen Ausbildung wird Jugendlichen optimal praktisches und theoretisches Wissen gleichermaßen vermittelt. Und genau diese Kombination ist es letztlich, die auch im Handwerk im Arbeitsalltag so wichtig ist.

Die berufliche Ausbildung in Deutschland ist vor allem deswegen so erfolgreich, weil sie auf dem dualen System – also auf Praxis und Theorie – setzt. So ist es Jugendlichen in der dualen Ausbildung möglich, eine optimale Kombination für ihre berufliche Zukunft zu erlangen und diese entsprechend umzusetzen. Natürlich bleibt nach dem Schulabschluss dennoch die Frage, ob man sich für ein Studium oder eine berufliche Ausbildung entscheidet. Neben dem Schulabschluss als Grundvoraussetzung, muss jeder für sich selbst entscheiden, welchen Weg er einschlagen möchte.

Gerade im Handwerk lässt sich in Deutschland die größte Ausbildungsleistung verzeichnen. Das liegt auch daran, dass das Handwerk erkannt hat, wie wichtig die duale Ausbildung für die eigene Nachwuchsgewinnung ist. Denn der Fachkräftemangel ist und bleibt für das Handwerk ein echtes Problem, das aktiv bekämpft werden muss. Die duale Ausbildung ist ein dafür erfolgreiches Instrument und bringt allen Beteiligten seine Vorteile. So profitieren letztlich beide Seiten vom dualen Ausbildungssystem. Der Jugendliche erhält die bestmögliche Vermittlung von praktischem und theoretischem Wissen und der Ausbildungsbetrieb entwickelt sich quasi seine eigenen Arbeitnehmer nach der erfolgreich bestandenen Gesellenprüfung. Sollte sich der Jugendliche dennoch für ein späteres Studium oder eine Meisterprüfung entscheiden, hat er bereits eine solide Basis geschaffen und nicht nur die Theorie vermittelt bekommen.

Ein weiterer Vorteil der dualen Ausbildung ist, dass die Ausbildungsbetriebe in der Regel auch einen erhöhten Bedarf an Beschäftigten haben. Nur selten werden Ausbildungsplätze angeboten, wenn kein Bedarf an Fachkräften herrscht. Auch der Aspekt der Jugendarbeitslosigkeit in Deutschland spricht für das berufliche Ausbildungssystem. Immerhin ist sie in Deutschland im weltweiten Vergleich nachweislich sehr niedrig. Auch deshalb orientieren sich immer mehr Länder an diesem System, denn gerade in Südeuropa ist die Jugendarbeitslosigkeit ein ganz massives Problem.

Dass jedoch die duale Ausbildung nicht allein die Probleme lösen kann, ist klar. Bereits in der Schule muss also angesetzt werden, die Jugendlichen auf den späteren Lebensweg vorzubereiten. Dabei kommen leider auch immer wieder diejenigen zu kurz, die nicht die optimalsten Bedingungen mitbringen, z.B. Schüler mit Lernschwächen oder Migrationshintergrund. Auch hier beweist das Handwerk aber immer wieder, dass es zur Integration beiträgt. Viele Handwerksbetriebe nehmen sich den Jugendlichen an und unterstützen sowie begleiten sie auf dem Weg in die berufliche Zukunft.

Es muss in jedem Fall einmal deutlich gemacht werden, welchen Beitrag eben gerade die Handwerksbetriebe selbst leisten. Ohne ihr Engagement und ihre Kreativität wäre die duale Ausbildung wohl in diesem Bereich weniger erfolgreich. Um einmal zwei Beispiele solcher engagierten Betrieb vorzustellen, wären der Dortmunder Malermeister Michael Kiwall und der Handwerksmeister Lars Thullesen zu erwähnen. Kiwall engagiert sich zur Nachwuchsgewinnung vor allem im Internet, aber auch in der regionalen Werbung. Darüber hinaus setzt er sich aber auch für das Konzept der „Azubi-Akademie“ ein. Hier wird der Berufsschulunterricht vertieft und ergänzt. Der positive Effekt der Jugendlichen ist, dass sie für gute Leistungen belohnt werden. Das können Studienreisen oder auch die Betreuung bis zur Meisterprüfung sein.

Lars Thullesen seinerseits kann ganze vier Meistertitel vorweisen. Er verfügt über Meisterbriefe im Dachdecker-, Zimmerer-, Klempner- und Maurerhandwerk. Mit dieser Qualifikation leitet er den familiengeführten Baubetrieb. Das Engagement von Thullesen setzt im Schwerpunkt auf die schulische Bildung selbst. Er bietet kostenlosen Nachhilfeunterricht im firmeneigenen Klassenzimmer an, bei dem auf Lernschwächen, Überforderung und andere Defizite der Jugendlichen eingegangen werden soll.

Es zeigt sich also einmal mehr, dass das System der dualen Ausbildung unverzichtbar für den Erfolg im Handwerk und der deutschen Wirtschaft ist.

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