Bauwirtschaft braucht dringend ausländische Fachkräfte

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Foto: Roland Riethmüller

Die Flüchtlingskrise stellt Deutschland vor eine große Herausforderung, die es zu bewältigen gilt. Dabei sollte auch die Bauwirtschaft sehr genau prüfen, wie die Lage ist und sich nicht vorschnell zu populistischen Aussagen hinreißen lassen. Denn letztlich gilt es, eine erfolgreiche Einwanderung sicherzustellen, damit Deutschland am Ende auch von der fachlichen Kompetenz der Migranten profitieren kann. Sofern dies gelingt, werden alle Beteiligten davon profitieren können. Und zwar so, dass keine Seite eine Benachteiligung zu befürchten hat.

Die Geschichte Deutschlands zeigt, dass es immer schon Zuwanderung aus anderen Ländern gab, die am Ende nicht zum Nachteil der deutschen Wirtschaft war. Umso wichtiger ist es, auch jetzt die Potenziale der Situation zu erkennen und diese für sich zu nutzen. Dabei sollte man sich aber auch vor Augen halten, dass die Zuwanderer weder deutsche Arbeitsplätze wegnehmen, noch den demografischen Wandel aufhalten werden.

Vielen Flüchtlingen fehlt Qualitfikation

Im Grunde muss man den Bildungsstand jedes einzelnen Flüchtlings relativieren. Denn die weitläufige Meinung, dass alle über die Fachkraft verfügen, die Deutschland schon lange fehlt, ist längst nicht real. Dies bestätigt auch eine Auswertung des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln (IW). Dabei wird auch klar, dass man nur durch die Stärkung der Erwerbsmigration erfolgreich sein kann. Diese wiederum bedarf eines modernen Einwanderungsrechts.

Deutschland muss sich dem Flüchtlingsproblem stellen

Auf Basis des derzeitigen Fachkräftemangels erwartet Deutschland in den nächsten 20 Jahren ein großes Problem, sofern man sich nicht auf die Zuwanderung konzentriert. Dennoch muss man sich in einer korrekten Art und Weise diesem Problem stellen. Denn die landläufige Meinung, Flüchtlinge würden den deutschen die Arbeit wegnehmen stimmt so keinesfalls. Im Gegenteil, viele der Flüchtlinge verfügen überhaupt nicht über die notwendigen Qualifikationen mit deutschen Bewerbern in der Bauwirtschaft zu konkurrieren.  Beispielsweise zeigen Zahlen des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge (BAMF), dass immerhin ein Viertel der Flüchtlinge weniger als fünf Jahre eine Schule besucht haben. Darüber hinaus haben gerade einmal 37 Prozent der erwachsenen Migranten aus den wichtigsten Herkunftsländern im Jahr 2014 überhaupt in Deutschland gearbeitet.

Nur wenige Fachkräfte unter den Flüchtlingen

Die Studie des IW macht auch klar, dass eine Vielzahl der beschäftigten Flüchtlinge meist nur Hilfsarbeiten verrichten und somit in den Berufen mit dem größten Fachkräftemangel keinerlei Erwerbstätigkeit nachkommt. Das liegt meist auch darin, ob die in Deutschland benötigte Qualifikation in den jeweiligen Herkunftsländern überhaupt großartig nachgefragt wird. So spielt die Industrie in Ländern wie Syrien, dem Irak oder Afghanistan längst nicht die Rolle wie bei uns. Entsprechend wenige Fachkräfte gibt es in diesem Ländern aus diesem Bereich.

Es wird damit sehr deutlich, dass ein modernes Einwanderungsgesetz genau hier ansetzen muss. So sagt Michael Hüther, IW-Direktor: „Wir müssen die qualifizierte Zuwanderung aus Nicht-EU-Staaten erleichtern und fördern und dauerhafte Perspektiven bieten.“ Rechtliche Regelungen wären dabei der richtige Ansatz.

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